Neue Medikamente müssen eine Vielzahl an Tests durchlaufen, bevor sie erstmals menschlichen Probanden verabreicht werden dürfen. Bisher greifen Forscher dafür zumeist auf Tierversuche zurück. Doch sowohl Mäuse als auch Schweine unterscheiden sich in vielen Dingen doch signifikant vom menschlichen Organismus. Bereits seit längerem arbeiten Forscher daher daran, Teile des menschlichen Körpers im Labor im Miniformat nachzubauen und dann für Testzwecke zu nutzen. Wissenschaftler des „Cincinnati Children’s Hospital“ konnten nun einen relevanten Teil des Magens in der Petrischale nachbilden – den sogenannten Fundus. In diesem werden die Magensäure und verschiedene Enzyme gebildet, um damit anschließend die aufgenommene Nahrung zu zersetzen.


Bild: Cincinnati Children's
Bild: Cincinnati Children’s

Die Heilung von Magenkrankheiten konnte im Labor beobachtet werden

Genau in diesem Bereich kann es aber auch immer wieder zu Erkrankungen kommen. Produziert der Körper beispielsweise zu viel Magensäure kann dies zu verschiedenen Formen des Sodbrennens führen. Nistet sich im Fundus wiederum ein feindliches Bakterium ein, können Magengeschwüre oder Entzündungen die Folge sein. All dies konnten die Forscher nun erstmals im Labor unter einem Mikroskop beobachten. Mehr noch: Sie konnten die Erkrankungen durch die Gabe entsprechender Medikamente auch wieder heilen. Der große Vorteil bestand dabei darin, dass sie den Heilungsprozess im Detail beobachten konnten. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass diese Detailkenntnisse zukünftig dazu beitragen könnten, noch wirksamere und effizientere Medikamente zu entwickeln.

Langfristig sollen sämtliche menschlichen Organe nachgebildet werden

Diese können dann gleich auch im Labor an den Organen aus der Petrischale getestet werden. Dort ist dann recht schnell zu sehen, wenn ungewünschte Nebenwirkungen auftreten. Langfristiges Ziel der Wissenschaft ist es daher, sämtliche menschlichen Organe im Mini-Format nach zu züchten und somit die Medikamententests massiv zu verbessern. Möglich wird die Entstehung menschlicher Organe in der Petrischale durch den Einsatz von pluripotenten Stammzellen. Diese können sich theoretisch zu jedem Zelltyp eines Organismus differenzieren und bilden somit die Basis sämtlicher nachgebauter Organe. Theoretisch ließen sich auf diese Weise dann auch komplette menschliche Organe nachbauen, die dann beispielsweise Organspenden ergänzen oder sogar ersetzen könnten. Bis dahin ist aber noch einiges an Forschungsarbeit notwendig.


Via: Popsci

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