Wer genau hinschaut, der hat es bestimmt schon entdeckt: Kühe haben eine besondere Ausstrahlung. Mit ihren großen braunen Augen und dem stets wiederkäuenden Maul strahlen sie eine ungewöhnliche Ruhe aus. Wusstest ihr, dass ihre Körpertemperatur immer um ein bis zwei Grad über der menschlichen liegt? Das machte sie noch gemütlicher. Kein Wunder also, dass Kuhkuscheln mittlerweile zu einer Art Therapie avanciert.


Kühe Metangas
Foto: Curious Cows, Micolo J, Flickr, CC BY-SA 2.0

Aktueller Trend stammt aus den Niederlanden

Offiziell angefangen mit dem »Koe-Knuffelen« hat es in den Niederlanden, zumindest, was das moderne Zeitalter betrifft. Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren aber schon hin und wieder eine Kuh in den Arm genommen und mit ihr geschmust, schließlich lebten viele Landbewohner mit diesen Tieren unter einem Dach. Die aktuelle Welle ist längst in Richtung Sauerland, Allgäu und Eifel bis hin nach Österreich geschwappt. Und auch in der Schweiz laden Bauern zunehmend Gäste zum »Cowcuddling« ein, wie es auf Englisch heißt. Denn auch die »New York Times« und der »Independent« haben sich bereits diesem Thema gewidmet, so sehr brennt es auch den Amerikanern und Briten unter den Nägeln.

Kuhkuscheln gibt es (noch) nicht auf Rezept

Zum Kuhkuscheln melden sich Menschen an, die in Trauer sind, die ein Burnout erlitten haben oder unter ADHS leiden. Manchmal stürmen auch ganze Schulklassen den Stall oder eine Kita-Gruppe schaut herein. Einige Bauernhöfe haben sich bereits ein richtiges Therapie-Konzept erstellt, das auf den engen Körperkontakt mit Rindern setzt. Leider zahlt die Krankenkasse nicht für dieses ungewöhnliche Heilverwahren, denn bislang gibt es noch keine einheitlichen Qualitätsstandards und auch eine Ausbildung als Kuhkuschel-Therapeut lässt sich nirgendwo absolvieren. Da aber einschlägige Verbände damit beschäftigt sich, entsprechende Richtlinien zu erarbeiten, kann es in Zukunft tatsächlich dazu kommen, dass es Cowcuddling auf Rezept gibt.


Eines jedoch solltet ihr keinesfalls machen: Auf irgendeine Weide gehen und einfach eine Kuh in den Arm nehmen. Nicht alle Tiere reagieren positiv darauf, die meisten sind es überhaupt nicht gewohnt und könnten sogar aggressiv werden. Echte Therapie-Kühe sind normalerweise im engen Kontakt zu Menschen aufgewachsen und genießen die Zeit des Streichelns und Knuddelns genauso wie ihre menschlichen Besucher.

Quelle: badische-zeitung.de

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