Die italienische Vespa gehört zu den Ikonen unter den Motorrollern. Entwickelt wurde sie unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr Konstrukteur, Corradino D’Ascanio, hatte zuvor Hubschrauber entworfen und musste vor allem drei Vorgaben erfüllen: Das Gefährt sollte preiswert sein, mit den vorhandenen Maschinen gebaut werden können und auch auf kaputten Straßen problemlos zu fahren sein. Der Erfolg der Vespa in den darauf folgenden Jahrzehnten zeigt, dass der Ingenieur seine Aufgabe exzellent erfüllte. Im Laufe der Zeit kam es zu immer neuen Vespa-Modellen, eines blieb aber gleich: Angetrieben wurde der Roller stets von einem Verbrennungsmotor. Nun aber kündigte der Hersteller Piaggio den Bau einer Vespa Elettrica an. Die Produktion wird im nächsten Monat anlaufen, ab Oktober kann der Kultroller mit neuem Antrieb dann europaweit gekauft werden.


Eine Akkuladung reicht für 100 Kilometer

Der Preis dafür ist allerdings durchaus happig. Zwar nannte der Konzern noch keine konkreten Zahlen, kündigte aber an, sich am Luxussegment der bisherigen Vespa-Modelle orientieren zu wollen. Damit dürfte ein Preis von rund 4.000 Euro realistisch sein. Einige andere Hersteller haben inzwischen Elektroroller auf dem Markt, die weniger als die Hälfte kosten. Die wichtigsten Leistungsdaten gab Piaggio auch schon bekannt. So soll eine Akkuladung für rund 100 Kilometer reichen. Die Batterie ist zudem fest verbaut und wird über die Steckdose wieder aufgeladen. Ein einfaches austauschen des Akkus scheint hingegen nicht möglich zu sein. Dafür gibt es eine Variante mit integriertem Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung. Damit können dann theoretisch bis zu 200 Kilometer am Stück gefahren werden – davon allerdings nur fünfzig mit Elektroantrieb.


Auch die Schwalbe gibt es bereits mit Elektroantrieb

Grundsätzlich soll die Vespa Elettrica den Modellen mit Benzinmotor zudem überlegen sein, was Beschleunigung und Geschwindigkeit angeht. Zusätzlich hat sich der Konzern noch einige digitale Besonderheiten einfallen lassen. So lässt sich die neue Vespa mit dem Smartphone verbinden. Außerdem sind in den mitgelieferten Helm bereits smarte Kopfhörer integriert. Allerdings ist Piaggio mit der Umrüstung auf den Elektroantrieb etwas spät dran. Andere Kult-Motorroller aus der Vergangenheit sind diesen Schritt bereits vor einiger Zeit gegangen. So gibt es sowohl die legendäre Schwalbe aus der DDR als auch die tschechische Cezeta CZ 506 inzwischen in der sauberen Elektrovariante. Es bleibt abzuwarten, wie viele Käufer Piaggio für die Vespa Elettrica begeistern können wird.

Via: New Atlas

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