Auf dem Markt für Computerspiele haben sich zwei gegensätzliche Trends etabliert, die für den Standort Deutschland zur Gefahr werden könnten. Zum einen wächst die Zahl der Spieler seit Jahren kontinuierlich. Dies liegt zum einen an den neuen Möglichkeiten in Sachen Mobile Gaming. Zum anderen spielen inzwischen aber auch immer mehr Frauen und ältere Menschen regelmäßig. Gleichzeitig ist der Marktanteil der deutschen Hersteller seit Jahren rückläufig, weil es ihnen nur bedingt gelungen ist, auf die neuen Entwicklungen zu reagieren. Schon seit einiger Zeit fordert der Computerspieleverband Game daher mehr staatliche Unterstützung. Bisher gab es diese lediglich in symbolischer Form – so besuchte etwa Kanzlerin Merkel die Gamescom in Köln. Zukünftig soll aber auch finanzielle Unterstützung fließen.


Die Förderrichtlinien müssen noch erarbeitet werden

So sind im Bundeshaushalt für das nächste Jahr immerhin 50 Millionen Euro zur Förderung der einheimischen Computerspielbranche vorgesehen. Noch ist allerdings unklar, wie das Geld letztlich verteilt werden soll. Hier könnte ein alter Streitpunkt noch einmal für Konflikte sorgen: Soll das Geld nur für kulturell als wertvoll angesehene Spiele verwendet werden oder dient es vor allem dazu, internationale Blockbuster zu entwickeln? Einen ersten Hinweis, in welche Richtung es gehen soll, könnten die Förderrichtlinien geben, die das „Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur“ nun erarbeiten muss. Komplettes Neuland wird damit allerdings nicht betreten. Ähnliche Fördertöpfe gibt es bereits seit vielen Jahren in Frankreich, Großbritannien oder Kanada. Dennoch muss abschließend auch noch die EU-Kommission der staatlichen Hilfe zustimmen.


E-Sports ist noch keine offizielle Sportart

In anderen Bereichen versucht die Bundesregierung ebenfalls, der Branche zu helfen. So erhalten die Teilnehmer von E-Sports-Veranstaltungen hierzulande inzwischen deutlich einfacher ein Visum als in der Vergangenheit. Einer anderen Idee wiederum erteilte der „Deutsche Olympische Sportbund (DOSB)“ erst kürzlich eine Absage: E-Sports wird von dem Verband nicht offiziell als Sportart anerkannt. Dies wiederum erschwert es den vielen neu gegründeten Vereinen, sich von der Steuer befreien zu lassen und Fördermittel zu beantragen. Auf internationaler Ebene könnte das Thema allerdings noch einmal an Fahrt gewinnen. Denn die Organisatoren der Olympischen Spiele 2024 in Paris denken darüber nach, E-Sports-Turniere in die Veranstaltung zu integrieren.

Via: FAZ

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