In organischen Stoffen steckt viel Energie, auch im menschlichen Urin. Sich in die Socken zu pinkeln mag gesellschaftlich zwar nicht sonderlich akzeptabel sein, doch immerhin könnte man auf diese Weise drahtlose Signale übertragen oder sogar ein Mobiltelefon aufladen.


Mikroben zersetzen Urin und erzeugen dabei Energie

Ein Forscherteam der University of the West of England im Bristol Bio Energy Centre experimentiert aktuell mit energieerzeugenden Socken, die winzige mikrobiologische Brennstoffzellen enthalten. Betrieben wird das System mit Urin, spezielle anaerobe Mikroben zersetzen das menschliche Abfallprodukt und erzeugen auf diese Weise Elektronen und damit Energie. Dadurch lässt sich immerhin ein integrierter Transmitter betreiben, der kabellose Signale an einen Rechner sendet. Diese Art der mikrobiologischen Energieerzeugung (MFC) ist nicht neu, Professor Ioannis Ieropoulos hat im Jahr 2013 bereits ein Smartphone mit Urin betrieben, doch hier handelte es sich um ein halbstationäres System. Nun wird ein solches Mini-Kraftwerk erstmals seit 30 Jahren Forschung mobil und kann direkt am Körper getragen werden. Mehrere kleine MFCs erzeugen immerhin genügend Strom, um etwas Sinnvolles zu bewirken, ein Einzelnes wirft hingegen noch immer viel zu wenig Energie ab.


Überwachung desorientierter Menschen möglich

Die MFCs befinden sich in einer Art Fußkettchen innerhalb der Socke, während eine winzige Pumpe in Form eines primitiven Fischherzens an der Ferse angebracht ist. Die Mikroben müssen nämlich in dem System zirkulieren, um am Leben zu bleiben: Dafür sorgt der Sockenträger mit jedem Schritt, den er geht. Alle zwei Minuten gibt der Transmitter mit Hilfe des erzeugten Stroms ein Signal an den PC ab, aber auch andere tragbare Elektronikgeräte lassen sich mit den Mikrobatterien betreiben. Das urinbetriebene Sockenkraftwerk könnte dazu genutzt werden, verlorengegangene Personen zu orten und gleichzeitig festzustellen, dass sie noch leben. Vielleicht also eine Möglichkeit, desorientierte Menschen zu überwachen und sie bei Bedarf schnell wiederzufinden, um ihnen zu helfen – aber nur, solange sie nicht die Socken ausziehen.

Quelle: gizmag.com

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