Die Einwohner Algeriens müssen aktuell mit einigen Einschränkungen bei der Nutzung des Internets zurecht kommen. Denn egal ob mobil mit dem Handy oder über die Telefonleitung – regelmäßig wird die Verbindung für exakt eine Stunde unterbrochen. In dieser Zeit können dann keine Daten empfangen oder gesendet werden. Solche Internetsperren sind grundsätzlich nicht ungewöhnlich und kommen bei autoritären Regierungen immer mal wieder vor. Im Fall von Algerien soll allerdings nicht die freie Meinungsäußerung der Bürger unterbunden werden. Stattdessen sollen faire Bedingungen bei den Abschlussexamen der Schülerinnen und Schüler gewährleistet werden. In den vergangenen Jahren waren die Aufgaben und ihre Lösungen nämlich stets sehr schnell im Internet zu finden. Findige Schüler konnten so zu guten Ergebnissen kommen – ohne selbst viel zu wissen.


Internet

Metalldetektoren suchen nach internetfähigen Geräten

Daher gilt in diesem Jahr: Unmittelbar nach Beginn der Examen wird das komplette Internet für eine Stunde gesperrt. Davon betroffen sind aber natürlich nicht nur die Absolventen der Schulen, sondern alle Bürger und Unternehmen. Die Maßnahme ist also als durchaus radikal zu betrachten. Offensichtlich wusste sich die Regierung aber nicht mehr anders zu helfen. Auch vor Ort werden jeweils rigide Maßnahmen durchgeführt. So müssen die Schüler durch einen Metallscanner gehen. Dieser wurde aber nicht installiert um das Mitbringen von Waffen zu unterbinden. Vielmehr wird auf diese Weise nach Smartphones und anderen internetfähigen Geräten – etwa smarten Uhren – gesucht. Diese müssen vor dem Examen abgegeben werden.


In den Druckereien unterdrücken Störsignale die Handyverbindung

Neben den Schülern werden zudem auch die Mitarbeiter der Druckereien, in denen die Aufgaben zu Papier gebracht werden, streng überwacht. Dort wurden zum einen Kameras installiert, um zu verhindern, dass die Aufgaben illegal kopiert werden. Zum anderen sorgen Störsignale dafür, dass die Handys dort keine Verbindung aufbauen können. Diese Maßnahmen werden – ebenso wie die regelmäßige Sperrung des Internets – noch bis zum Ende der Examenszeit am Sonntag inkraft bleiben. Anschließend dürfte die Regierung dann Bilanz ziehen und schauen, ob die rigide Abschaltungspolitik tatsächlich zu weniger Leaks geführt hat. Gut möglich also, dass sich die Algerier zukünftig regelmäßig auf eine Stunde ohne Internet einrichten müssen.

Via: Engadget

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