Facebook hat auf vielen Märkten eine so dominierende Stellung, dass das soziale Netzwerk aufpassen muss, nicht instrumentalisiert zu werden. Deutlich wurde diese Problematik im Vorfeld der letzten US-Präsidentschaftswahlen. Hier wird Facebook immer wieder vorgeworfen, als Plattform für russische Manipulationsversuche gedient zu haben. Noch fataler könnte die Rolle des sozialen Netzwerks allerdings in Myanmar sein. Dort gibt es seit 1948 immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Minderheiten und der Zentralregierung. In den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gelangte diese Problematik zuletzt im Zuge des Rohingya-Konflikts und den dabei von der Armee durchgeführten Vertreibungen. Angeheizt wurde dieser Konflikt nicht zuletzt durch Falschnachrichten und Hass-Postings im Internet. Um dies zukünftig zu verhindern, hat Facebook nun die Accounts einzelner Rebellengruppen gesperrt.


Von 0 auf 18 Millionen Facebook-Accounts in wenigen Jahren

Nötig wurde dies vor allem aufgrund der raschen technologischen Entwicklung in der letzten Zeit. Denn noch vor wenigen Jahren besaßen lediglich 0,03 Prozent der Bevölkerung in Myanmar einen Internetanschluss. Dann aber öffnete sich die Militärdiktatur und führte einige demokratische und wirtschaftliche Reformen durch. Die Folge: Von den rund 53 Millionen Einwohnern des Landes sind inzwischen immerhin 18 Millionen bei Facebook registriert. Für viele Menschen stellt die Plattform die wichtigste Nachrichten- und Informationsquelle dar. Das wird immer dann zum Problem, wenn sich Unwahrheiten und Hetze in sekundenschnelle über das soziale Netzwerk verbreiten. Die nun gesperrten Rebellengruppen bringt Facebook mit Angriffen auf Zivilisten und zahlreichen anderen Menschenrechtsverletzungen in Verbindung. Sie wurden daher als „gefährliche Organisationen“ eingestuft und gesperrt.


Hass und Gewalt soll keine Plattform geboten werden

Gelöst ist das Problem damit aber noch nicht. Denn im gesamten Land sind stolze 15 Rebellengruppen aktiv – und auch die Armee muss sich immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen vorwerfen lassen. Bisher konnte Facebook noch nicht plausibel darlegen, wieso nun ausgerechnet gegen die vier Gruppen der sogenannten Nord-Allianz vorgegangen wurde. Es ist allerdings gut möglich, dass in nächster Zeit weitere Sperrungen folgen werden. Klar ist in jedem Fall: Facebook ist nicht für den Ausbruch des Konflikts verantwortlich – dieser begann schon weit vor der Gründung des sozialen Netzwerks. Aber es muss alles getan werden, um Hass und Gewalt keine Plattform zur weiteren Verbreitung zu geben. Facebook scheint daher in Myanmar nun aktiver durchgreifen zu wollen. Ob dies erfolgreich ist, wird aber wohl erst die Zukunft zeigen.

Via: CNN

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