Neben Kohlendioxid gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Klimagase. Dazu gehört beispielsweise auch Methan, das vor allem bei der Nutztierhaltung entsteht. Aus Sicht der Forschung ist daher klar, dass die Fleischproduktion ganz erheblich zum menschengemachten Klimawandel beiträgt. Eine neue Studie zeigt nun allerdings, dass auch der Anbau von Nahrungsmitteln auf dem Feld größere Auswirkungen hat als gedacht. Konkret geht es dabei um Lachgas (N20), das als Klimagas rund dreihundertmal so stark wirkt wie Kohlendioxid und mit sechs bis sieben Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt beiträgt. Schon seit langem ist bekannt, dass der Einsatz von Stickstoff-Dünger in dieser Hinsicht problematisch ist. Denn wenn der Stickstoff nicht von den Pflanzen aufgenommen wird, entsteht im Boden Lachgas.


Hinrich [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Die Emissionen wurden bisher um rund siebzig Prozent unterschätzt

Eine Studie am norwegischen „Institut für Luftforschung“ kommt nun zu dem Ergebnis, dass dieser Effekt deutlich größer ausfällt als bisher gedacht. So ging der Weltklimarat IPCC in seinen Prognosen bisher davon aus, dass rund 1,4 Prozent des in der Landwirtschaft eingesetzten Stickstoffes als Lachgas in die Atmosphäre gelangt. Die neuen Daten legen allerdings nahe, dass der entsprechende Wert eher bei 2,3 Prozent liegt. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Die Auswirkungen der Stickstoff-Düngung auf den Klimawandel wurden bisher um rund siebzig Prozent unterschätzt. Problematisch ist dabei, dass die N20-Emissionen vor allem seit dem Jahr 2009 stark zugenommen haben. Konkret lagen die Emissionen in den Jahren 2010 bis 2015 bei 17,9 Millionen Tonnen pro Jahr. Zehn Jahre zuvor lag der Wert noch bei 16,3 Millionen Tonnen jährlich.

In Südamerika und Asien war der Anstieg am stärksten

Weltweit lassen sich allerdings einige lokale Unterschiede erkennen. So sind die Lachgasemissionen in Europa und den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren mehr oder weniger stabil geblieben. Für den Anstieg ist demzufolge vor allem die Landwirtschaft in Asien und Südamerika verantwortlich. Konkret benannten die Forscher China sowie Indien, Nepal, Bangladesch und Brasilien als Hauptquellen. Gleichzeitig wird dadurch aber auch deutlich, dass eine vollständige Reduktion der Lachgas-Emissionen aus der Landwirtschaft nur schwer zu erreichen sein dürfte. Denn Stickstoff-Dünger ist von entscheidender Bedeutung, um die weiter ansteigende Weltbevölkerung zu ernähren. Zumindest sind die Folgen aber nicht für die Ewigkeit: Lachgas hält sich nur für rund 120 Jahre in der Atmosphäre.


Via: Der Spiegel

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