Monokulturen auf dem Acker sind aus einer Vielzahl an Gründen problematisch. So beschneiden sie beispielsweise den natürlichen Lebensraum von Insekten und anderen Bestäubern. Vor allem laugt es den Boden aber stark aus, wenn auf einer Fläche immer dasselbe angebaut wird. Das Land Hessen setzt daher auf eine etwas unkonventionelle Lösung: Es zahlt den Bauern eine Prämie, wenn diese mindestens fünf verschiedene Kulturen – darunter eine Eiweißpflanze – anbauen. Landwirte, die diese Vorgaben erfüllen und einen entsprechenden Antrag stellen, erhalten pro Hektar zwischen 55 und 110 Euro. Die exakte Höhe hängt von den angebauten Pflanzen und bereits existierenden Förderprogrammen ab. Bei den Landwirten stößt das Programm auf großes Interesse. Aktuell nehmen 940 Betriebe mit einer Ackerfläche von insgesamt 85.000 Hektar teil.


Hinrich [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Die meisten Empfänger betreiben konventionelle Landwirtschaft

Dies entspricht in etwa einem Fünftel der in Hessen für den Ackerbau genutzten Flächen. Im nächsten Jahr könnte sich die Teilnehmerzahl zudem noch einmal vergrößern. Denn dann wird das Land zusätzliche zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen. Im aktuellen Haushalt sind zudem bereits fünfzehn Millionen Euro für das Programm reserviert. Die beteiligten Bauern hoffen, durch die vielfältigen Ackerkulturen weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger verwenden zu können. Interessant ist zudem, dass das Angebot keineswegs nur Ökobauern anspricht. Im Gegenteil: Zwei Drittel der teilnehmenden Landwirte betreiben konventionelle Landwirtschaft. Die zuständige Ministerin Priska Hinz von den Grünen macht aber kein Geheimnis daraus, dass sie sich freuen würde, wenn das Programm als eine Art Einstieg in die ökologische Landwirtschaft dienen würde.

Hessische Erbsen könnten südamerikanisches Soja ersetzen

Der Anbau von Eiweißpflanzen kann zudem noch einen zweiten großen Vorteil mit sich bringen. Denn bisher verfüttern auch die meisten Viehbetriebe in Hessen vor allem importiertes Soja an ihre Tiere. Dies ist aber nicht ganz unproblematisch. Denn zum einen wird der Soja-Anbau in Südamerika mit der Rodung des Regenwalds in Verbindung gebracht. Zum anderen fallen beim Transport per Schiff nicht unerhebliche Klimaemissionen an. Zukünftig wäre es hingegen denkbar, dass die hessischen Bauern die Subventionen für die vielfältige Ackerkultur nutzen, um einheimische Eiweißpflanzen als lokal angebautes Tierfutter zu vermarkten. Verpflichtend ist dies für die Teilnehmer des Programms allerdings nicht. Was die einzelnen Bauern mit ihren angebauten Pflanzen machen, bleibt ihnen vollkommen selbst überlassen.


Via: FAZ

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