Wenn Landwirte der Meinung sind, ihre Pflanzen, Obst- und Mandelbäume etwa oder Gemüse, brauchten Wasser, stellen sie die Beregnungsanlage an. Manchmal ist das überflüssig, weil es in Kürze regnet, manchmal kommt das Wasser zu spät und die Pflanzen leiden.


Damit wollen jetzt Forscher der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York Schluss machen. Sie haben eine Software entwickelt, die Wetterprognosen, aktuelles Wetter, Bodenfeuchtigkeit und den Wasserbedarf der Pflanzen kombiniert. Mit maschinellem Lernen soll das Programm aus historischen Wetterdaten Fehlprognosen ausgleichen und exakte Anweisungen geben, wann die Pflanzen wie viel Wasser brauchen. Das Programm berücksichtigt auch die Verdunstung, die umso größer ist, je höher die Temperaturen sind.

Grafik: Cornell University

Nur drei Prozent allen Wassers sind trinkbar

Damit, so Fengqi You, Professor für das Engineering von Energiesystemen, der die Software gemeinsam mit Abraham Stroock, Professor für Chemie- und Biomolecular-Engineering, könnten 40 Prozent des kostbaren Wassers eingespart werden – nur drei Prozent des Wassers auf der Erde ist trinkbar beziehungsweise für die Bewässerung geeignet.


Stroocks Team hat Sensoren entwickelt, die einer Zentrale melden, wenn die überwachten Pflanzen Durst haben. Dann wird die Bewässerungsanlage eingeschaltet, es sei denn, die intelligente Software erwartet in naher Zukunft Regen. Andererseits werden die Pflanzen bewässert, wenn der Wetterbericht Regen angekündigt hat, die Software aber der Meinung ist, das sei eine Fehlentscheidung.

System wird derzeit im Obstgarten der Uni installiert

Derzeit installieren die Forscher im Obstgarten der Universität ihr System. Das kann sich lohnen, auch wenn im Bundesstaat New York eigentlich genügend Regen fällt. In jüngster Zeit nehmen die Trockenperioden jedoch zu, wohl wegen des Klimawandels. 2016 ernteten die Obstbauern des Bundesstaates auf Grund der Dürre beispielsweise 50 Prozent weniger als üblich.

Derzeit werden die Bewässerungssysteme von Hand gesteuert. Nächstes Ziel ist die Automatisierung des Prozesses. Wenn die Software auf bestimmten Feldern Wasserbedarf feststellt, wird der Hahn ohne Zutun des Farmers aufgedreht.

via Cornell University

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