Die Zeitschrift Forbes ist international vor allem bekannt, weil sie regelmäßig eine Liste der reichsten Menschen der Welt veröffentlicht. Donald Trump ist auf das Magazin deswegen nicht besonders gut zu sprechen, weil er sich zu weit hinten platziert sieht. Die Redakteure geben zudem regelmäßig weitere Listen heraus. Darunter vor zwei Jahren auch eine namens „30 under 30 Europe“. Darauf vertreten: Die deutsche Startup-Gründerin Lea Lange. Die Ausbildung und der Berufseinstieg der jungen Frau verliefen allerdings noch eher klassisch und wenig spektakulär: Auf einen Master of Finance an der ESADE Business School im spanischen Barcelona folgten erste Stationen bei den Unternehmensberatungen Ernst & Young sowie Roland Berger.


Foto: © SAT.1 / Micah Smith

Bei Fab.com stand das reine Wachstum im Vordergrund

Wäre Lange dort glücklich geworden, hätte man wohl bis heute nie von ihr gehört. Doch der kreative Kopf merkte schnell, dass dies nicht der richtige Weg für sie war und sattelte um: Sie heuerte als eine der ersten Mitarbeiterinnen bei dem Berliner Startup Cascanda an und firmierte dort als „Head of Buying“. Das Unternehmen war so erfolgreich, dass es kurz darauf durch die amerikanische Firma Fab.com übernommen wurde. Damit kamen enorme Budgets nach Deutschland und das Wachstum wurde noch einmal stark angekurbelt. Nachhaltig war diese Entwicklung allerdings nicht. Die Schwelle zur Profitabilität wurde nie überschritten, trotz zahlreicher Entlassungen auch in Berlin. Lange lernte aus dieser Erfahrung: Wachstum um jeden Preis ist keine erfolgreiche Strategie.

JUNIQE bedient eine Lücke auf dem Kunstmarkt

Gleichzeitig war der jungen Frau aber auch klar geworden: Beim nächsten mal will sie nicht wieder nur in einem Startup arbeiten, sondern selbst ein Unternehmen gründen. Gleichzeitig identifizierte sie eine Martklücke im Kunstbereich. Ihrer Analyse zufolge gab es kein Angebot für Leute, die gerne hochwertige und innovative Kunst kaufen möchten, aber nicht das Budget eines klassischen Kunstsammlers haben. Gemeinsam mit zwei Mitgründern rief sie daher den Online-Shop JUNIQE ins Leben, in dem bezahlbare und kreative Kunst angeboten wird. Bei Investoren und Kunden kam diese Idee gut an: Insgesamt sammelte JUNIQE bereits rund zwanzig Millionen Euro bei verschiedenen Finanzierungsrunden ein. Der Umsatz wuchs zudem jährlich im dreistelligen Bereich.

Als bekanntes Startup-Gesicht im Fernsehen

Durch diesen Erfolg wurde Lea Lange zu einem der bekanntesten weiblichen Gesichter in der deutschen Startup-Branche. Auch das Fernsehen wurde auf sie aufmerksam. Gemeinsam mit Carsten Mascheyer ist sie ab Mittwoch als Jurorin einer neuen Gründershow auf Sat. 1 zu geben. Dort dürfte sie für die Teilnehmer vor allem einen Rat haben: Einfach machen! Genau dies bezeichnet die erfolgreiche Startup-Gründerin nämlich als ihre Erfolgsformel. Das Preisgeld in Höhe von einer Millionen Euro stellt allerdings alleine Maschmeyer zur Verfügung. Lange selbst sieht sich wohl noch eher als Startup-Unternehmerin – und nicht als Investorin.


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