In Deutschland gilt bereits heute 25 Prozent der Bevölkerung als übergewichtig. Noch schlimmer sieht es in den oberen Altersklassen aus: Am Ende des Berufslebens sind sogar fast drei von vier Deutschen zu dick. Grundsätzlich tritt Übergewicht bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Doch Grund zur Entwarnung ist dies nicht: Auch bei der weiblichen Bevölkerung nimmt der Anteil seit Jahren zu.


Eine Studie der Universität Hamburg hat sich nun mit möglichen Lösungen für die Problematik beschäftigt. Der Ansatz der Experten: Die Menschen über den Geldbeutel erziehen. Ungesunde Produkte mit zu viel Fett oder Zucker sollen demnach höher besteuert werden – und somit auch im Supermarkt deutlich teurer werden.

Äpfel könnten durch das neue System billiger werden.

Softdrinks sollen noch einmal besonders stark besteuert werden

Konkret wird bei der Mehrwertsteuer ein Ampel-System vorgeschlagen. Für Obst, Gemüse und andere gesunde Lebensmittel (grün) wird demnach der Steuersatz auf null gesenkt. Aus gesundheitlicher Sicht normale Produkte wie Nudeln oder Fleisch (gelb) würden weiterhin mit dem reduzierten Satz von sieben Prozent belegt. Der entscheidende Punkt aber: Süßigkeiten und andere ungesunde Lebensmittel (rot) müssten mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belegt werden. Bei Softdrinks wollen die Wissenschaftler sogar noch darüber hinaus gehen: Hier wird eine Erhöhung auf 29 Prozent angeregt. Die beteiligten Forscher gehen davon aus, dass sich durch ein solches System die Zahl der Übergewichtigen in Deutschland um etwa zehn Prozent reduzieren ließe.

Auch Bewegungsmangel spielt bei Übergewicht eine Rolle

Widerspruch kommt allerdings von der Lebensmittelindustrie. Deren Vertreter verweisen darauf, dass eine unausgewogene Ernährung nicht der einzige Grund für Übergewicht ist. Oftmals spielt etwa auch mangelnde Bewegung eine Rolle – was unter anderem erklärt, warum der Anteil Übergewichtiger im Laufe des Berufslebens stark zunimmt. Außerdem wird eine soziale Komponente kritisiert: Durch die Steuerung über den Preis werden vor allem Menschen getroffen, die ohnehin schon über wenig Geld verfügen. Beide Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Klar ist aber auch: So wie bisher kann es nicht ewig weitergehen. Denn Übergewicht steht in direktem Zusammenhang mit zahlreichen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes und sogar Krebs.


Via: TAH

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1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    15. November 2017 at 17:52

    Interessant finde ich, dass in der Natur nichts wächst, was zugleich reich an Fett und Kohlenhydrate ist. Das gibt es nur bei verarbeiteten Lebensmitteln. Von daher dürfte unser Stoffwechsel darauf vermutlich gar nicht eingerichtet sein.

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