Kanadas Premierminister Justin Trudeau gilt schon seit seinem Amtsantritt als eine Art liberaler Rockstar der internationalen Politik. Diese Rolle hat sich noch verstärkt, seit in den benachbarten Vereinigten Staaten Donald Trump als Präsident vereidigt wurde. Nun konnte der Premier eines seiner Wahlversprechen einlösen: Mit 52 zu 29 Stimmen ließ Kanadas Senat den Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis passieren. Damit ist es volljährigen Kanadiern zukünftig erlaubt, kleinere Mengen Cannabis zu besitzen und zu konsumieren. Unternehmen soll zudem die Möglichkeit eröffnet werden, die Pflanzen im großen Stil anzubauen und dann über legale Wege zu verkaufen. Damit ist auch das Ziel der Reform beschrieben: Durch die Legalisierung sollen der organisierten Kriminalität Geldströme entzogen werden. Gleichzeitig soll so der Jugendschutz verbessert werden.


Ein offizieller Starttermin muss noch gefunden werden

Trudeau fasste dies auf Twitter mit der Aussage zusammen: „Es war für unsere Kinder zu einfach, Marihuna zu bekommen – und für Kriminelle die Profite einzusacken.“ Ab wann die neue Regelung allerdings tatsächlich inkraft tritt ist aktuell noch nicht ganz klar. Ursprünglich hatte der Premierminister den 01. Juli angepeilt. Die Senatoren erbaten sich allerdings vor der Abstimmung zusätzliche Beratungszeit, sodass dieser Termin nun nicht mehr zu halten sein wird. Alle parlamentarischen Hürden wurden allerdings erfolgreich gemeistert, sodass die Implementierung nicht mehr verhindert werden kann. Es ist daher von einem Starttermin innerhalb der nächsten acht bis zwölf Wochen auszugehen. Kanada wäre damit die erste führende Industrienation, die den Konsum von Cannabis landesweit legalisiert – und könnte damit auch ein Beispiel für viele andere Staaten werden.


Uruguay war weltweit das erste Land mit einer vollständigen Legalisierung

Als erstes Land der Welt hatte Uruguay im Jahr 2014 den Anbau und Verkauf von Cannabis legalisiert. Inzwischen sind auch einige US-Bundesstaaten dem Beispiel gefolgt. Dort hat sich inzwischen sogar eine eigene Cannabis-Industrie entwickelt – mit teilweise sehr bekannten Investoren. In den Niederlanden wiederum wird der Konsum in der Regel geduldet, eine offizielle Legalisierung hat aber nicht stattgefunden. Auch in Deutschland ist die Situation komplex: Grundsätzlich sind Anbau und Konsum verboten – es gibt aber Ausnahmen für Schmerzpatienten. Tatsächlich wurde Cannabis schon früh auch als Heilmittel genutzt und kann auch heute gegen eine ganze Reihe von Krankheiten helfen. Auf der anderen Seite kann langfristiger Konsum zu einer psychischen Abhängigkeit führen.

Via: Washington Post

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