Die Anzahl der weißen Blutkörperchen muss während einer Chemotherapie regelmäßig überwacht werden. Denn diese geben Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit des Immunsystems. Sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen, steigt die Anfälligkeit für Infektionen und ähnliche Komplikationen. Die Ärzte müssen dann gegebenenfalls weitere Medikamente verordnen. Bisher allerdings konnte die Zahl der weißen Blutkörperchen nur durch eine Blutprobe bestimmt werden. Wissenschaftler haben nun aber eine weniger aufwendige Methode entwickelt. Das so genannte Leukometer kann die Blutkörperchen durch die Haut sichtbar machen und dann mit Hilfe von Algorithmen die Gesamtzahl bestimmen. Im Idealfall können die Ärzte so schneller auf Veränderungen reagieren.


Komplikationen und Nebenwirkungen werden vermieden

Denn das Leukometer benötigt für die Analyse keine Minute, während Blutproben erst im Labor analysiert werden müssen. Die Veränderungen können nun also wesentlich zeitnäher bestimmt werden. Hinzu kommt, dass der Einsatz des Leukometers weniger zeit- und kostenintensiv ist. Die Überwachung kann also in kleineren Zeitintervallen stattfinden. Ärzte können so besser auf den individuellen Verlauf der Chemotherapie reagieren. So lassen sich Infektionen durch den zielgerichteten Einsatz bestimmter Medikamente vermeiden. Auf der anderen Seite wird aber auch schneller erkannt, ab wann sich das Immunsystem wieder erholt hat. Die Medikamente können dann unter Umständen früher abgesetzt und die Nebenwirkungen reduziert werden.


Licht macht die weißen Blutkörperchen sichtbar

Die Technik hinter dem Leukometer basiert dabei auf Licht. Mit Hilfe von LED-Lichtern und einer Linse wird die Haut so beleuchtet, dass die Adern unterhalb der Haut sichtbar werden – beispielsweise am Finger. Dann kommt Licht in einer Frequenz zum Einsatz, das vom Hämoglobin des Bluts absorbiert wird, nicht aber von den weißen Blutkörperchen. Diese werden so sichtbar und können gezählt werden. Aus diesem kleinen Bild lässt sich dann auf die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen schließen. Entwickelt wurde das Leukometer in Zusammenarbeit zwischen der Boston University, der Polytechnischen Universität Madrid und dem spanischen Krebsforschungscenter CNIO.

Via:sinc

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