Der klassische Schwangerschaftstest für zuhause funktioniert seit Jahrzehnten gleich: Es wird Urin analysiert und nach einiger Zeit erscheinen ein oder zwei Streifen auf dem Display. An diesem Verfahren will auch das US-Unternehmen Lia nichts ändern. Sehr wohl aber bei der Herstellung des Produkts. Denn bisher bestehen die Schwangerschaftstests zum größten Teil aus Plastik. Weil es sich um ein klassisches Einwegprodukt handelt, landet dieser dann in der Regel auf der Müllkippe. Jährlich kommen dadurch rund 900.000 Tonnen Plastikabfall zustande. Die Lösung von Lia: Ein Schwangerschaftstest aus biologisch abbaubarem Papier. Dieser kann entweder im Biomüll entsorgt oder sogar die Toilette heruntergespült werden. Versuche haben gezeigt, dass bei einer Kompostierung das Produkt bereits nach zehn Wochen vollständig abgebaut wurde.


Foto: Lia

Die Zuverlässigkeit liegt bei 99 Prozent

Der Test selber funktioniert wie die klassische Variante: Kommt das Papier mit dem HCG-Hormon in Berührung erscheint ein zweiter rosa Streifen. Das HCG-Hormon wiederum bildet sich nur, wenn die Eizelle befruchtet wurde. Um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten, muss die Eizelle allerdings – wie bei den konventionellen Tests auch – bereits mindestens neun Tage befruchtet sein. Die Zuverlässigkeit des Lia-Tests wird mit 99 Prozent angegeben – was dem Wert der klassischen Produkte entspricht. Die staatlichen Gesundheitsbehörden in den Vereinigten Staaten haben zudem bereits ihre Genehmigung erteilt. Die neuen Tests sollen daher ab Sommer in Drogerien und im Online-Handel vertrieben werden. Der Preis für eine Zweierpackung wird zwischen dreizehn und fünfzehn Dollar liegen.

Die zwei Streifen sind dauerhaft zu sehen

Die Neuentwicklung bringt zudem eine Reihe weiterer Vorteile mit sich. So ist der Analysebereich größer als bei den bisher genutzten Tests, was es etwas einfacher macht, die richtige Stelle zu treffen. Außerdem ist der Test verschwunden, sobald er die Toilette heruntergespült wurde. Es besteht also keine Gefahr, dass dieser zufällig in der Mülltonne gefunden wird. Verschiedene Versuche haben zudem bewiesen, dass sich der Test im Wasser tatsächlich schnell auflöst, sodass es in der Kläranlage zu keinen Problemen kommt. Ohne Berührung mit Wasser bleiben die rosa Streifen hingegen dauerhaft sichtbar. Wer möchte, kann den Test also auch später noch dem Vater des Kindes zeigen – und ihn anschließend nachhaltig entsorgen.

Via: Treehugger


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.