Im Schnitt erkrankt jeder dritte Europäer im Laufe seines Lebens an einer der zahlreichen Krebsvarianten. In den letzten Jahrzehnten ist die Wahrscheinlichkeit eine solche Erkrankung zu überstehen allerdings deutlich gestiegen. Dafür verantwortlich sind im Wesentlichen zwei Entwicklungen: Verbesserte Behandlungsmethoden und gezieltere Untersuchungen zur Früherkennung. Denn je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser lässt er sich noch behandeln. Doch auch bei zunächst erfolgreichen Krebstherapien kehren die Krebszellen teilweise nach einiger Zeit zurück. Bei Brustkrebs ist dies beispielsweise in fünf bis zehn Prozent der Fälle so. Auch dann gilt: Je früher dies erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.


Bauchspeicheldrüsenkrebs
Foto: Adenocarcinoma of Pancreas, FNA, Ed Uthman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Liquid Biopsy soll die Krebserkennung erleichtern

Forscher am „Institute of Cancer Research“ in London haben daher nun einen Bluttest entwickelt, der erneut wachsende Tumore nachweisen können soll – und zwar bereits acht Monate früher als gewöhnliche Tests. Dabei nutzten sie ein Verfahren namens Liquid Biopsy. In der Folge wird getestet, ob sich im Blut der Patienten DNA von Tumoren befindet. Denn immer, wenn ein Tumor wächst, sterben auch einige Zellen ab. Diese gelangen dann in den Blutkreislauf und lassen sich dort nachweisen. Die ersten Versuche mit Bluttests per Liquid Biopsy reichen dabei bis in die 1990er Jahre zurück. Erst jetzt ist die Wissenschaft aber in der Lage, Bluttests zu entwickeln, die die entsprechenden Zellen zuverlässig erkennen.

In 80 Prozent der Fälle wurden die Krebszellen erkannt

In einer ersten Studie wurden nun 55 Frauen untersucht, die bereits eine Brustkrebserkrankung überstanden haben. Wie sich später herausstellte, kam es bei fünfzehn davon zu einer Rückkehr des Krebstumors. In immerhin zwölf dieser Fälle hatte der neu entwickelte Bluttest dies bereits deutlich vor den konventionellen Nachweismethoden erkannt. Nun soll die neue Nachweismethode in größerem Stil getestet werden. Die Forscher haben dabei zwei Ziele: Erstens die Prozentzahl der erkannten Rückfälle weiter zu erhöhen und zweitens die Zahl der falsch positiven Tests dennoch so gering wie möglich zu halten.


Via: DigitalJournal

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