Das Problem dürfte jedem bekannt sein: Den letzten Rest aus der Ketchup-Flasche zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Ähnliches gilt beispielsweise auch für die Zahnpasta: Ein teil bleibt stets an der Verpackung kleben. Harald Schmidt behauptete einst sogar, dieser letzte Rest wäre die Gewinnmarge der Hersteller. So gesehen, könnten diese nun ein Problem bekommen. Denn das US-Startup LiquiGlide hat eine dauerhaft nasse und rutschige Oberfläche erfunden. Diese kann zu Verpackungen verarbeitet werden, an denen dann keine Rückstände mehr haften bleiben. Besonders wichtig: Die Technik funktioniert mit beinahe allen Flüssigkeiten: Von Ketchup über Erdöl bis hin zu Shampoo und Chemikalien. Das langfristige Ziel: Die Menge an nicht genutzten Ressourcen zu verringern.


Verbraucher und Unternehmen könnten profitieren

Denn bisher kann beispielsweise der letzte Rest aus der Ketchup-Flasche nur schwer genutzt werden. Kaum ein Kunde etwa spült die Flasche mit Wasser aus, um daraus dann eine Soße zu machen. Oftmals landet der eigentlich noch gute Ketchup einfach im Müll. Global gesehen und auf alle vergleichbaren Produkte übertragen, ergibt sich daraus ein riesiger Berg an bezahlten, dann aber nicht genutzten, Ressourcen. Der Ansatz von LiquiGlide könnte Abhilfe schaffen. Technisch betrachtet, besteht das Material aus einer festen Textur, in der eine Flüssigkeitsschicht enthalten ist. Auf diese Weise bleibt die Oberfläche stets nass und rutschig – und der Inhalt der Verpackung kann einfach und vollständig hinaus fließen. Aus gesundheitlicher Sicht ist die Technologie ebenfalls unbedenklich: Sie wurde von der US-Gesundheitsbehörde FBA geprüft.


Die Technik lässt sich auch für andere Anwendungen nutzen

Entwickelt wurde das Verfahren am MIT in Boston. Der Ansatz erwies sich dann als so vielversprechend, dass wenig später die Ausgründung erfolgte. Inzwischen hat LiquiGlide auch das Interesse von namhaften Investoren auf sich gezogen: Das Startup konnte eine Finanzierungsrunde in Höhe von 16 Millionen Dollar verkünden. Gleichzeitig testen bereits namhafte Verpackungshersteller aus aller Welt das Produkt. Theoretisch könnte die nasse und rutschige Oberfläche aber natürlich auch noch für viele weitere Anwendungen genutzt werden – etwa ultraschnelle Snowboards. Aktuell fokussiert sich das Startup selbst aber auf den Verpackungsbereich. Den Angaben der Gründer zufolge gibt es aber bereits zahlreiche Anfragen, die Technologie auch für andere Anwendungsfälle zu nutzen.
Via: Techcrunch

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