Albert Einstein hatte bereits von Gravitationswellen gesprochen. Diese entstehen, wenn große Massen im Weltraum interagieren und so die Raumzeit in Schwingung versetzen. Einstein selbst konnte diese Gravitationswellen allerdings nicht nachweisen – vielmehr dauerte dies bis zum Jahr 2016. Dann gelang den Gravitationswellen-Detektoren der LIGO-Kollaboration in den USA erstmals der Nachweis dieser Wellen. Ausgelöst wurden sie durch das Verschmelzen zweier schwarzer Löcher. Die Messungen von der Erde aus sind allerdings limitiert, weil sie keine Gravitationswellen im Niedrigfrequenzbereich erfassen können. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will daher zukünftig entsprechende Messungen im Weltall durchführen. Nun konnte erstmals die Funktionsfähigkeit einer für die Messungen benötigten Schlüsseltechnologie unter Beweis gestellt werden.


Quelle: ESA
Quelle: ESA

Es entsteht der ruhigste der Menschheit bekannte Ort

Denn um die Gravitationswellen tatsächlich messen zu können, müssen Störungen durch andere Einflüsse weitgehend ausgeschlossen werden. Die ESA hat daher eine Sonde entwickelt, in deren Inneren sich zwei Boxen befinden. Darin wiederum ist jeweils ein 46 Milimeter großer Würfel aus einer Gold-Platin-Legierung zu finden. Diese Würfel sind dabei nur den Einflüssen der Schwerkraft ausgesetzt – sie befinden sich also in einer Art perfektem freien Fall. Die beteiligten Wissenschaftler sprechen daher von dem ruhigsten der Menschheit bekannten Ort. Der Vorteil dabei: Auf diese Weise lassen sich schon kleinste Veränderungen der Gravitationswellen messen – hervorgerufen beispielsweise von verschmelzenden massereichen Schwarzen Löchern.

Der Start des Obversatoriums ist für das Jahr 2034 geplant

Nachdem diese Technik nun also erfolgreich erprobt wurde, befindet sich das Projekt eines Gravitationswellen-Observatoriums im All gleichsam auf der Zielgeraden. Die LISA genannte Konstruktion soll dabei im Jahr 2034 ins All starten und über drei Sonden mit jeweils zwei Messboxen verfügen. Das Obversatorium soll dann genau wie die Erde um die Sonne kreisen, dabei aber immer einen Abstand von fünfzig Kilometern hinter der Erde einhalten. Von dort aus sollen dann die entsprechenden Messungen vorgenommen werden. Die Reichweite ist dabei durchaus beeindruckend: LISA soll „Gravitationswellen von verschmelzenden extrem massereichen schwarzen Löchern in Galaxien im gesamten Universum nachweisen“, so Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut.


Via: ESA

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