In den Vereinigten Staaten denkt man beim Thema Elektroantrieb sofort an Tesla. Elon Muks ist es gelungen, mit seiner Firma zu einer Art Symbol für die Mobilitätswende zu werden. In Deutschland hingegen richtet sich der Blick oftmals nicht auf die großen Hersteller wie Volkswagen oder Mercedes. Vielmehr hat sich die RWTH Aachen einen exzellenten Ruf auf diesem Gebiet erarbeitet. So wurde dort der Lieferwagen Streetscooter entwickelt, der inzwischen tausendfach in Deutschland im Einsatz ist. Das Fahrzeug ist nicht ganz frei von Kritik, sorgte aber unter anderem dafür, dass die Deutsche Post inzwischen zu den größten Herstellern von Elektrofahrzeugen hierzulande gehört. Auch das Stadtauto e.Go Life wurde von den Wissenschaftlern in Aachen entwickelt und soll bald in die Serienproduktion gehen.


Bild: Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) RWTH Aachen University

Vier Prototypen mit drei unterschiedlichen Antriebsarten

Nach Lieferauto und Kleinwagen rückt daher nun das ganz schwere Gerät in den Fokus: Unter dem Namen LiVe1 soll ein Elektro-Lastwagen entwickelt werden. Insgesamt ist zunächst sogar der Bau von vier Prototypen geplant. Zwei davon werden ganz konventionell von einer Batterie angetrieben, einer verfügt über einen Wasserstoffantrieb und einer wird von einer Oberleitung mit Strom versorgt. Bei der Entwicklung fingen die Wissenschaftler nicht bei null an. Vielmehr nutzten sie als Basis Modelle der N-Serie des Fahrzeugherstellers Isuzu. Zu den weiteren Partnern des Projekts gehören die inzwischen verkaufte Streetscooter GmbH und die Deutsche Post. Gemeinsam wollen die Beteiligten erreichen, dass es nicht nur bei den Prototypen bleibt, sondern schon recht bald auch die Massenproduktion aufgenommen werden kann.

Auch Tesla und Daimler haben den Markt im Blick

Potentielle Kunden sollen auch durch die modulartige Bauweise angelockt werden. So können sich Unternehmen jeweils die benötigten Elemente heraussuchen und so ein vergleichsweise individuelles Fahrzeug erhalten. Weitere Pluspunkte des LiVe1-Lastwagen: Er soll im Unterhalt extrem preiswert sein und zudem keine Schadstoffe ausstoßen. Letzteres könnte unter anderem dazu beitragen, die Luftqualität in den Innenstädten zu erhöhen. Außerdem werden während der Fahrt keine CO2-Emissionen verursacht, was dem Klimaschutz dient. Die Aachener Wissenschaftler treten mit ihrer Entwicklung in direkte Konkurrenz zu einigen namhaften Firmen. So fahren in den Vereinigten Staaten bereits die ersten Modelle des Tesla Semi und auch Daimler sowie Volvo haben bereits Elektro-Lastwagen entwickelt.


Via: RWTH Aachen

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