Die Regierung in Österreich hat angekündigt, die Menge an Plastikmüll deutlich reduzieren zu wollen. Dafür sollen in einem ersten Schritt vor allem zwei konkrete Maßnahmen sorgen: Zum einen werden Plastiktüten im Einzelhandel ab dem Jahr 2020 vollständig verboten. Eine Ausnahme gibt es nur für biologisch vollständig abbaubare Produkte. Zum anderen sollen Kosmetik- und Reinigungsprodukte zukünftig ohne Mikroplastikpartikel auskommen. Darüberhinaus wird dann auch der komplette Verpackungsmüll des Landes in den Blick genommen: Hier soll eine Reduzierung um 20 bis 25 Prozent gelingen. Wie schwer dies sein kann, zeigt das Beispiel Deutschland: Hierzulande ist der Verbrauch von Plastiktüten in den letzten Jahren stark gesunken, dafür wird insgesamt aber immer mehr Verpackungsmüll produziert.


Mehrwegtragetaschen haben die beste Öko-Bilanz

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobt daher grundsätzlich die Initiative der österreichischen Regierung. Sie warnt allerdings davor, dass das Problem lediglich verlagert werden könnte. Denn wenn statt klassischen Plastiktüten einfach Einwegprodukte aus Papier oder Bio-Plastik genutzt werden, fällt weiterhin sehr viel Müll an. Die Ökobilanz würde sich dann nur geringfügig verbessern. Stattdessen schlagen die Umweltschützer vor, die Nutzung von Mehrwegtragetaschen weiter zu befördern. Die Wirtschaft in Österreich verwies zudem auf eine weitere Problematik: Das Verbot von Plastiktüten betrifft lediglich den stationären Einzelhandel. Ein nicht unerheblicher Teil des Verpackungsmülls fällt inzwischen aber im Online-Handel an, wo der Kunde gar keinen Einfluss auf Art und Umfang der Verpackung hat.


Jährlich werden 7.000 Tonnen Plastikmüll vermieden

Da es sich um einen Binnenstaat handelt, ist Österreich nicht wirklich für die Verschmutzung der Weltmeere verantwortlich. Allerdings gibt es Statistiken, die belegen, dass jährlich rund 40 Tonnen Plastikmüll alleine in der Donau landen. Dieser Wert soll zukünftig deutlich reduziert werden. Insgesamt geht die Regierung davon aus, dass sich durch das neue Plastiktüten-Verbot jährlich rund 7.000 Tonnen Plastikmüll vermeiden lassen. Auch die Europäische Union hat bereits Schritte in eine ähnliche Richtung unternommen. Zuletzt stimmte das EU-Parlament dafür, zahlreiche Einwegprodukte, für die es bereits umweltfreundliche Alternativen gibt, ab dem Jahr 2021 aus der EU zu verbannen. Dazu gehören etwa Strohhalme, Wattestäbchen – und eben Plastiktüten.

Via: Deutschlandfunk

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