Die Reise zum Mars ist das große Weltraumrennen unserer Generation – vergleichbar mit dem Rennen zum Mond im letzten Jahrhundert, jedoch mit dem Unterschied, dass dieses Mal auch private Unternehmen mit dabei sind. Von Elon Musks SpaceX über Boeing bis hin zu den üblichen Playern wie der NASA ist das Feld der Teilnehmer an diesem Rennen recht groß. Und nun kam ein weiteres Unternehmen hinzu: Lockheed Martin möchte in 11 Jahren Menschen zum Mars bringen. Nicht jedoch auf die Oberfläche des roten Planeten, sondern in Form einer Raumstation, die sich in einer Umlaufbahn um den Mars bewegt.


Bild: Lockheed Martin

Lockheed Martin nutzt existierende Technologien

Elon Musk konzentriert sich mit SpaceX auf eine Art Massentransport, um eine möglichst effektive Kolonialisierung der Marsoberfläche durch den Menschen vorzunehmen. Lockheed Martin backt dagegen kleinere Brötchen. Vorerst möchte sich das Unternehmen auf die wissenschaftliche Erforschung der Marsoberfläche konzentrieren, die aus der Umlaufbahn möglich ist. Einer der Hauptziele der Mission soll es sein, einen idealen Landeort für bemannte Marsmissionen in den 2030er Jahren zu identifizieren.

In einer Art Roadmap stellte das Aerospace-Unternehmen dar, dass eine bemannte Raumstation in der Umlaufbahn um den Mars bereits 2028 verwirklicht werden könnte, und zwar unter Verwendung von bereits existierenden Technologien. Bereits 2021 möchte das Team von Lockheed Martin Bauteile der auf den Namen „Mars Base Camp“ getauften Station in eine Umlaufbahn zwischen dem Mond und der Erde bringen. Dabei sollen die größten je gebauten Raketen zum Einsatz kommen, das über Hundert Meter hohe Space Launch System. Dieses bietet genug Kraft, um die benötigte Nutzlast ins All zu befördern.


Bild: Lockheed Martin

Mars Base Camp wird nach Landeorten für künftige Missionen suchen

Teilweise werden die Bauteile bereits in der Umlaufbahn um die Erde montiert, und teilweise sollen die einzelnen Bauteile sich in der Umlaufbahn des Mars „treffen“, um dort zusammengefügt zu werden. Für die Reise zum Mars ist ein solarelektrischer Antrieb vorgesehen. Dieser nutzt Solarenergie, um Xenon zu ionisieren, was zu einem Ausstoß von Plasma führt. So wird aus der gleichen Treibstoffmenge bis zu 10 Mal mehr Schub produziert als bei einer konventionellen Rakete.

2028 soll dann die bemannte Mission starten, die sechs Astronauten umfassen, die mit einem Orion-Raumschiff die Reise zum Mars antreten werden. Wenn die Station schließlich fertig zusammengebaut und bemannt ist, werden die Astronauten mit der wissenschaftlichen Erforschung der Marsoberfläche beginnen. Neben der Suche nach passenden Landeorten umfasst diese auch die Analyse von Gesteins- und Bodenproben.

Bild: Lockheed Martin

Das Design der Raumstation wird sich dabei wesentlich von der ISS unterscheiden, da diese darauf ausgelegt ist, langfristig mit einer Besatzung betrieben zu werden. Das Mars Base Camp dagegen wird einen beträchtlichen Anteil seiner Lebenszeit autonom arbeiten müssen, weswegen die Anforderungen an die Station anders sind als bei der ISS. Deswegen sollen wesentliche Elemente der Lebenserhaltungssysteme, der Navigation und der Kommunikation von der angedockten Orion-Kapsel unterstützt werden.

Das Wettrennen zum Mars sorgt für neue Spannung in der Raumfahrt

Die Orion-Kapseln sind darauf ausgelegt, Missionen von einer Dauer bis zu 1000 Tage zu unterstützen. Die Station sieht aber lediglich Aufenthaltsdauern von 30 bis 60 Tagen vor. Nach dem Ende der Mission werden die Astronauten mit den Orion-Kapseln zur Erde zurückkehren.

Das Wettrennen zum Mars hat der bemannten Raumfahrt wieder neues Leben eingehaucht – das letzte Mal, dass es ein derart ambitioniertes Ziel gab, war in den 60ern, als die Russen und die Amerikaner darum wetteiferten, wer als erstes den Mond erreicht.

via Lockheed Martin

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