Die Firma Loewe gehörte einmal zu den innovativsten Unternehmen der Welt. Zwischen 1925 und 1931 meldete niemand mehr Patente im Bereich der Fernsehtechnologie an. Auf der Berliner Funkausstellung 1931 präsentierte Manfred von Ardenne schließlich den sogenannten „Flying Spot Scanner“. Es war die weltweit erste praxistaugliche Fernsehtechnik. Doch von dieser ruhmreichen Geschichte ist nicht viel geblieben. Schon im Jahr 2013 musste das Unternehmen erstmals Insolvenz anmelden. Damals fanden sich allerdings neue Investoren. Doch nun stehen die Bänder erneut still. Der Insolvenzverwalter hat nur noch vier Monate Zeit neue Geldgeber aufzutreiben. Andernfalls dürfte die lange Unternehmensgeschichte noch in diesem Jahr unrühmlich enden. Schuld daran sind aber nicht nur Fehlentscheidungen innerhalb des Unternehmens, sondern auch globale Entwicklungen.


Das Loewe-Werk in Kronach. Bild: Mxbyr [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Forschung und Entwicklung werden zum Geschäftstreiber

So hat die zunehmende Globalisierung dazu geführt, dass neue Konkurrenz entstanden ist. Zunächst kam diese vor allem aus Japan, später auch aus Südkorea und China. Die Unternehmen profitierten oftmals von den günstigeren Lohnkosten vor Ort und konnten so vor allem den Massenmarkt erobern. Die deutschen Hersteller versuchten daher zumeist, sich in hochpreisige Nischen zu flüchten. Dies war auch bei Loewe zuletzt der Fall. Doch hier setzt eine zweite Problematik ein. Die technische Entwicklung schreitet immer schneller voran. Dadurch steigt die Bedeutung von Forschung und Entwicklung. Die asiatischen Massenhersteller haben darauf reagiert und teilweise enorme Summen in diesen Bereichen investiert. Alleine Samsung betreibt weltweit elf Forschungsstandorte. Ein vergleichsweise kleines Unternehmen wie Loewe kann da nicht mithalten.

Auch eine groß angelegte deutsche Handy-Produktion scheiterte

Insbesondere chinesische Unternehmen profitieren zudem vom Boom auf dem Heimatmarkt und können das dort verdiente Geld für die Eroberung von Auslandsmärkten verwenden. Loewe ist nicht das einzige Unternehmen, das an der Herstellung von Elektronikprodukten in Deutschland gescheitert ist. So bauten mit Bosch und Siemens gleich zwei milliardenschwere Konzerne eigene Handy-Produktionen auf. Erfolgreich war davon keine. Erst übernahm Siemens die Sparte von Bosch und verkaufte das Gemeinschaftsunternehmen schließlich an eine taiwanesische Firma. Ein Jahr später folgte das endgültige Aus. Auch der Bau von Solarmodulen in Deutschland erwies sich als Flop. In technisch anspruchsvolleren Bereichen – etwa im Automobilsektor – konnten deutsche Firmen sich hingegen behaupten. Auch dies muss aber nicht ewig so bleiben.


Via: Abendblatt

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1 Kommentar

  1. Löwe

    13. Juli 2019 at 18:32

    Um also die in der Überschrift gestellte Frage zu beantworten: Elektronik Made in Germany ist so selten, weil die Politik mit der Verursachung von Inflation und immensen Steuern und Lohnnebenkosten die Kosten für Unternehmen so emtrem hoch treibt, dass in Deutschlands nichts mehr lohnend ist, was woanders hergestellt werden kann.

    Gilt auch für die Autoindustrie, Teile kommen von sonstwo, Zusammenbau erledigen Robtoter. Anders geht es bei der deutschen Poitik nicht.

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