In vielen Fabrikhallen ist auf den Wegen ganz schön viel los. Autonome Flurförderfahrzeuge sind unterwegs, Menschen und Gabelstapler. Das kostet manchmal Zeit, sodass Maschinen wegen fehlenden Nachschubs Pausen einlegen müssen.


„Die dritte Dimension bleibt in der Intralogistik bislang weitgehend ungenutzt“, klagt Benjamin Fritzsch vom Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH). Er leitet das Projekt DroMaTra*, das den Materialtransport via Drohne verglichen mit dem per Gabelstapler oder durch einen Mitarbeiter vergleicht. Wenn an einer Stelle der Produktion ein Fehler auftrete, müssten Ersatzteile so schnell wie möglich kommen. Das gehe am besten durch die Luft.

Bild: ZF

Arbeitssicherheit hat Vorrang

Audi hat den Wink verstanden. In einer Werkshalle in Ingolstadt bringt eine Drohne Bauteile für die A3-/Q2-Produktion zum Bestimmungsort, Versuchsweise vorerst. Denn noch sind Sicherheitsfragen ungeklärt. Die Mitarbeiter müssen vor Abstürzen geschützt werden. Oder vor Teilen, die die autonom fliegenden Drohnen versehentlich verlieren.


Da hat es der Autoteilezulieferer ZF Friedrichshafen etwas einfacher. Er setzt, ebenfalls versuchsweise, eine Drohne ein, die über das Fabrikgelände kurvt, also nicht bis in die Werkhallen vordringt. Das sechsmotorige Fluggerät kann eine Nutzlast von drei Kilogramm befördern. Es fliegt vorzugsweise über die Hallendächer und nur dann, wenn es gar nicht anderes geht, über Fahr- und Fußwege, um möglichst niemanden zu gefährden. Die Transportwege sind bis zu 1000 Meter lang.

Drohnen werden zu fliegenden Smartphones

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) bereitet sich darauf vor, Drohnen zusätzlich zu den drei Millionen von Menschen gesteuerten Flügen über Deutschland in den Luftraum zu integrieren, sodass autonome Flüge möglich werden. Die Luftraumüberwachung muss dazu ständig den Standort aller Drohnen kennen. Das sie zu klein sind geht es nicht wie bei Flugzeugen mit Radar. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom arbeiten Forscher der DFS an Ortungstechniken auf der Basis von Mobilfunk. Drohnen sollen gewissermaßen fliegende Smartphones werden, die ihre aktuelle Position laufend melden. Mit der nächsten Mobilfunkgeneration 5G, die gigantische Datenmengen verkraftet, wird das zuverlässig möglich sein.

* DroMaTra ist ein Kürzel für „Untersuchung der Einsatzpotenziale und Grenzen des innerbetrieblichen Einsatzes von Drohnen für den Materialtransport“

via ZF, Audi

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