In der Pharmazie sind Tierversuche leider noch eine Notwendigkeit bei der Entwicklung von neuen Medikamenten. Glücklicherweise konnte jedoch ein deutlicher Rückgang bei der Praxis der Kosmetikindustrie, neue Produkte an Tieren zu testen, beobachtet werden. Dies liegt an einer Kombination aus Druck von der Öffentlichkeit und Tierschutzgruppen sowie entsprechenden Gesetzen in der EU und anderen Ländern. Doch irgendwie muss doch auch getestet werden, ob ein Kosmetikprodukt schädlich ist. Die Firma L’Oréal möchte dies bald an menschlicher Haut aus dem 3D-Drucker machen (wir berichteten). Ab 2020 soll es so weit sein.


Science daily
Foto: Science daily #1, Sergei Golyshev, Flickr, CC BY-SA 2.0

Test an Hautproben

L’Oréal hat Testprogramme mit menschlichen Hautproben bereits in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts begonnen. Die entsprechenden Proben wurden von plastischen Chirurgen gespendet. Doch scheinbar ist das dem Unternehmen nicht genug. Um verlässlichere Testprogramme zu entwickeln, hat sich L’Oréal mit der Bioengineering-Firma Organovo zusammengetan und möchte demnächst in Massenherstellung Hautproben mit dem 3D-Scanner erschaffen.

“Some of the biggest potential advantages are the speed of production as well as the level of precision that 3D printing can achieve. L’Oreal’s focus right now is not to increase the quantity of skin we produce but instead to continue to build on the accuracy and consistent replication of the skin engineering process”, erklärte Guive Balooch von L’Oréal der Washington Post.


Haut aus dem 3D-Drucker

Die Idee, Haut mit einem 3D-Drucker zu reproduzieren, kommt nicht von L’Oréal. Mit der Technik wird auch als Behandlungsmethode für Patienten mit schweren Verletzungen oder Verbrennungen experimentiert. Auch andere Organe und Gewebe wie Blasen, Muskeln und Blutgefäße können mit 3D-Druckern erschaffen werden. Kompliziert wird es bei komplexen Organen wie etwa dem Herzen, aber auch hier werden entsprechende Experimente durchgeführt.

Bisher gibt es noch keine Informationen darüber, wann genau L’Oréal mit dem Programm beginnen will. Nach Presseberichten soll es aber spätestens 2020 soweit sein.

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