Seit die Regierung in China den Import von Plastikmüll untersagt hat, wird auch die US-Metropole Los Angeles den Abfall nicht mehr so einfach los. Immer mehr davon stapelt sich daher auf den Müllkippen in Kalifornien. Nun wollen die Stadtväter den Müll aber als wertvolle Ressource nutzen. Daher kooperieren sie mit der Firma Technisoil. Diese verspricht mit einem neuen Verfahren gleich zwei Probleme der Stadt lösen zu können. Dazu wird der Plastikmüll zunächst zu kleinen Pellets verarbeitet. Diese wiederum werden dann eingeschmolzen, sodass ein ölbasiertes Gemisch namens Bitumen entsteht – was als Bindemittel bei der Herstellung von Asphalt genutzt werden kann. Der so produzierte Straßenbelag wird schließlich genutzt, um das teilweise marode Straßennetz der Stadt auszubessern.


Der Plastik-Asphalt ist billiger und hält länger

Der Hersteller verspricht, dass der neuartige Asphalt eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. So sollen durch das Plastik-Recycling zum einen Kosten eingespart werden. Zum anderen sinkt dadurch aber auch der CO2-Fußabdruck. Außerdem soll der so produzierte Asphalt deutlich länger halten als der bisher genutzte Straßenbelag. Auf lange Sicht könnte dies die Zahl der nötigen Ausbesserungsarbeiten reduzieren – was vor allem die Autofahrer der Stadt freuen dürfte. Umweltschützer warnen allerdings davor, dass auf diese Weise kleine Plastikpartikel bis ins Grundwasser gelangen könnten. Die Stadt Los Angeles und Mitarbeiter von Technisoil betonen aber, dass mehrere Tests eine solche Gefahr ausgeschlossen hätten. Abgesehen davon kann dies natürlich auch bei der Lagerung auf einer Müllkippe passieren.


Andere US-Städte stehen vor ähnlichen Problemen

Andere Städte in den Vereinigten Straßen dürften das Experiment in Los Angeles mit Interesse verfolgen. Denn auch dort kämpfen die Behörden oft mit denselben zwei Problemen: Zu viel Plastikmüll und viele marode Straßen. Ganz neu ist die Idee, Plastik zur Ausbesserung von Straßen zu nutzen, allerdings nicht. In Indien machen Dorfbewohner dies teilweise in Eigenregie, weil der Staat nicht schnell genug reagiert. Unter anderem in den Niederlanden wird zudem an einem noch radikaleren Ansatz des Plastik-Recyclings gearbeitet: Dort sollen Straßen und Fahrradwege komplett aus wiederverwendetem Plastik gebaut werden. Experten warnen allerdings teilweise vor den Folgen: Unter anderem durch den Abrieb der Reifen könnte so noch mehr Plastik in die Umwelt gelangen als bisher schon.

Via: Inhabitat

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