Das neueste Modell des amerikanischen Flugzeugbauers Boeing trägt den Namen 777x und hat nun die Zulassung für eine echte Innovation erhalten: Es wird das erste zivile Flugzeug, das auf dem Boden einen Teil seiner Flügel einklappen kann. Der Hintergrund dieser Maßnahme ist einleuchtend: Weil die Flugzeuge immer größer werden, wächst logischerweise auch die Spannweite der Flügel. Für die Flughäfen ist dies aber ein Problem, weil die Standard-Gates nur bis zu einer bestimmten Breite genutzt werden können. Der europäische Airbus A 380 beispielsweise kann nur auf Flughäfen landen, die entsprechend umgebaut wurden. Diese Problematik will Boeing nun mit einem einfachen Trick umgehen: Nach der Landung klappt der Pilot die Enden der Flügel nach oben. Die Spannweite verringert sich dadurch von 72 auf nur noch 65 Meter.


Bild: Boeing

Die Behörden haben neue Sicherheitsstandards entwickelt

Komplett neu ist dieser Ansatz nicht. So können auch viele Militärflugzeuge die Flügel hochklappen, um so den begrenzten Platz auf einem Flugzeugträger besser auszunutzen. Boeing setzt die Idee aber nun erstmals bei einem Passagierflugzeug ein – wo die Dimensionen noch einmal deutlich größer sind. Die amerikanische Luftaufsichtsbehörde FAA hat für die Neuentwicklung daher eigens neue Sicherheitsstandards entwickelt. So muss sichergestellt sein, dass die Flügel während des Fluges nicht eingeklappt werden können. Dies wurde durch eine recht simple mechanische Verriegelung erreicht. Außerdem wird der Pilot über mehrere Warnsysteme alarmiert, wenn er versucht ohne die volle Spannweite der Flügel zu starten. Am Boden halten die geklappten Flügel zudem Windgeschwindigkeiten von mehr als einhundert Stundenkilometern aus. Nun haben die Behörden bestätigt: Das System ist sicher und kann in der zivilen Luftfahrt genutzt werden.

Ein Direktflug nach Australien wird möglich

Die Boeing 777x ist eine Weiterentwicklung der Boeing 777 und soll nach aktuellem Stand im nächsten Jahr ihren ersten Flug absolvieren. Der große Vorteil des neuen Fliegers ist die Reichweite. Diese soll bei bis zu 16.110 Kilometern liegen. Damit wäre ein Direktflug zwischen Berlin und Sidney möglich. Dies dürfte vor allem für viele Golf-Airlines interessant sein, die damit ihre Flughäfen noch stärker als Drehkreuz positionieren könnten. Aber auch andere Fluglinien dürften sich die Neuentwicklung interessiert anschauen. Immerhin verspricht Boeing den Treibstoffverbrauch gegenüber dem Vorgängermodell um ein Fünftel zu reduzieren. Kein Wunder also, dass bereits kurz nach der ersten Ankündigung im Jahr 2013 260 Bestellungen von Airlines aus aller Welt zu verbuchen waren.


Via: Popular Science

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