Verstopfte Rettungsgassen sind ein großes Problem auf deutschen Autobahnen. Vielen Opfern von Verkehrsunfällen kann daher nicht so schnell geholfen werden wie eigentlich möglich. Auch deshalb wurde in den vergangenen Jahren die Luftrettung per Helikopter in Deutschland stark ausgebaut. Dies ist allerdings deutlich teurer als der Einsatz klassischer Notarztwagen. Der ADAC wird daher zukünftig elektrische Mini-Hubschrauber testen, um die Luftrettung noch weiter ausbauen zu können. Schon im nächsten Monat werden die ersten Testflüge stattfinden, bei denen die Praxistauglichkeit der Idee unter Beweis gestellt werden soll. Allerdings wird der Automobilclub den Hubschrauber nicht selbst bauen, sondern hat sich dafür einen bekannten Partner gesucht: Das Startup Volocopter aus Bruchsal entwickelt auch Flugtaxis für die Metropolen Dubai und Singapur.


Ähnlich wie in diesem Bild wird der Volocopter aussehen, der im Rettungsdienst zum Einsatz kommen soll. Bild: obs/ADAC SE/ADAC Luftrettung / Volocopter“

Computersimulationen und Testflüge evaluieren den Ansatz

Die für den Rettungseinsatz geplanten Mini-Hubschrauber sollen Platz für zwei Personen bieten und werden von 18 elektrisch betriebenen Rotoren angetrieben. Selbst wenn eine perfekte Rettungsgasse gebildet wird, soll der Notarzt mit dem neuen Fluggerät in der Regel schneller bei Unfallopfern sein als mit dem Rettungswagen. Allerdings ist noch unklar, ob der Einsatz der Volocopter auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Genauere Daten dazu sollen nach Abschluss der Testflüge in einem Jahr vorliegen. Parallel dazu werden an der Universität München auch Computersimulationen durchgeführt, bei denen die Nutzung der elektrischen Mini-Hubschrauber bei konkreten Unfallszenarien durchgespielt wird. Auch auf diese Weise sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um zu entscheiden, ob die Rettungs-Volocopter tatsächlich dauerhaft zum Einsatz kommen werden.

Krankentransporte sind nicht möglich

Eine erfolgreiche Testphase könnte Wirkung weit über Deutschland hinaus erzielen. Denn der ADAC ist die erste Organisation weltweit, die den Einsatz von bemannten Drohnen im Rettungsdienst testet. Grundsätzlich ist die Versorgung aber schon jetzt in Deutschland erstklassig. Viele andere Länder könnten durch den Einsatz der Drohnen hingegen die aktuelle Situation im Rettungswesen deutlich verbessern. Anders als bei einem klassischen Helikopter wird allerdings lediglich der Notarzt an die Unfallstelle gebracht. Ein Abtransport verletzter Personen ist mit dem Volocopter nicht möglich. Dies muss auch weiterhin klassisch mit dem Krankenwagen oder einem Rettungshubschrauber erfolgen.


Via: ADAC

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