Beim Thema Luftverschmutzung dürften die meisten wohl zunächst an asiatische Großstädte denken. So ist Peking regelmäßig von einer Smog-Wolke umgeben, während Neu Delhi bei Messungen der Luftqualität sogar weltweit am schlechtesten abschnitt. Doch auch in Europa ist die Problematik weiterhin aktuell. So kam eine Studie vor kurzem zu dem Ergebnis, dass die Schadstoffwerte in 95 Prozent aller europäischen Städte über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO liegen. Die Ursachen dafür sind vielfältig – zu den Hauptbelastungsquellen gehören etwa Kohlekraftwerke, der Straßenverkehr und die Landwirtschaft. Das Problem dabei: Einer Untersuchung zufolge lassen sich jährlich rund 500.000 Todesfälle auf die zu hohe Schadstoffbelastung der Luft zurückführen.


Foto:  Barcelona smog, Flickr, Rudoni Productions, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Barcelona smog, Flickr, Rudoni Productions, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Zahl der Todesfälle soll um die Hälfte sinken

Die Europäische Union möchte daher die Luftverschmutzung in den nächsten Jahren drastisch senken. In einem Kompromiss einigten sich EU-Kommission, Rat und Parlament nun auf ein zweistufiges Vorgehen. Zunächst sollen für sämtliche Schadstoffe unverbindliche Obergrenzen festgelegt werden. Diese sollen die einzelnen Mitgliedsstaaten dann bis zum Jahr 2025 erfüllen. Dies wiederum soll dafür sorgen, dass sich die gesundheitliche Belastung durch Luftverschmutzung um etwa die Hälfte verringert. Oder anders ausgedrückt: Die Zahl der darauf zurückzuführenden Todesfälle soll auf rund 250.000 fallen. Erstmals nimmt die EU-Regulierung dabei nicht nur einzelne Bereiche – etwa den Straßenverkehr – in den Blick, sondern verordnet ein übergeordnetes Ziel. Von Staat zu Staat können dann wiederum unterschiedliche Maßnahmen notwendig werden, um die Zielsetzung zu erreichen.

Einige Städte haben bereits Maßnahmen ergriffen

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat die neuen Vorgaben dabei bereits mit großer Mehrheit beschlossen. In den nächsten Monaten soll dann noch die Zustimmung des gesamten Parlaments und des Europäischen Rats folgen. Viele Städte in Europa kämpfen allerdings bereits heute damit, die schon bestehenden Grenzwerte einzuhalten. In Deutschland überschreitet beispielsweise Stuttgart regelmäßig die zulässige Obergrenze in Sachen Feinstaubbelastung. Paris wiederum entschloss sich zuletzt zu drastischen Maßnahmen, führte einen autofreien Sonntag pro Monat ein und will alte Autos zukünftig nicht mehr in die Innenstadt lassen.


Via: Business Green

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