Der Theodor-Heuss-Ring bereitet der Stadtverwaltung in Kiel großes Kopfzerbrechen. Denn an einer Messstation dort wurde im vergangenen Jahr eine Stickoxidbelastung von 56 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Der entsprechende Grenzwert liegt allerdings bei 40 Mikrogramm im Jahresmittel. Kiel gehört seitdem zu den sogenannten Intensivstädten, die dringend Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung einleiten müssen. Die Deutsche Umwelthilfe hat zudem bereits Klage eingereicht und will so Fahrverbote für alte Dieselfahrzeuge durchsetzen. Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt geht die Problematik zunächst allerdings mit einer technischen Lösung an: Erstmals sollen in Deutschland große Abgas-Staubsauger zur Luftreinigung getestet werden. Auf diese Weise könnten die Messwerte gesenkt werden, ohne dass es zu Einschränkungen für die Autofahrer kommt.


Bild: Purevento Gmbh

85 Prozent der Schadstoffe werden herausgefiltert

Entwickelt wurden die Maschinen von der Firma Purevento in der schleswig-holsteinischen Stadt Trittau. Sie sollen je nach Ausführung in der Lage sein, 15.000 oder 40.000 Kubikmeter Luft pro Stunde zu reinigen. Die erste – etwas leistungsschwächere – Variante kann alleine mithilfe von integrierten Solarzellen betrieben werden. Das zweite Modell hingegen benötigt eine externe Stromzufuhr. Komplett sauber ist aber auch die gereinigte Luft nicht. Vielmehr werden den Angaben des Herstellers zufolge Feststoffe wie Feinstaub und Gase wie das Stickoxid zu 85 Prozent einbehalten. Dies könnte reichen, um die Luftqualität soweit zu verbessern, dass die Grenzwerte wieder eingehalten werden. Kiel ist für den Einsatz der Reinigungs-Sauger besonders gut geeignet, weil sich dort die enorme Schadstoffbelastung weitgehend auf eine Straße beschränkt.

Während des Tests sollen Daten zur Analyse gesammelt werden

Bei den Tests nun soll überprüft werden, ob durch die Nutzung der Geräte eine erhöhte Lärmbelästigung entsteht und wie sich die Luftansaugung auf die Umgebung auswirkt. Außerdem muss noch geklärt werden, inwieweit eine solche Luftreinigung überhaupt rechtlich möglich ist. Erstmals aufgestellt werden soll ein Abgas-Staubsauger Ende Januar. Die Stadtverwaltung betont allerdings ausdrücklich, dass es sich nur um eine Maßnahme im Rahmen eines breiter angelegten Aktionsprogrammes handelt. Gleichzeitig soll auch versucht werden, weniger Stickoxide und Feinstaub in den sensiblen Bereichen zu produzieren. Wie stark die Dieselfahrzeuge tatsächlich zur Luftverschmutzung in den Städten beitragen, ist unter Experten umstritten. Erste Erfahrungen mit Fahrverboten haben bisher noch nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Situation geführt.


Via: SHZ

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