Luxemburg ist bisher nicht als große Raumfahrnation in die Geschichte eingegangen. Seit dem Jahr 2005 ist das Fürstentum allerdings immerhin Teil der „European Space Agency“. Nun aber scheint sich das kleine Land noch einer besonderen Form der Weltraumforschung zuzuwenden: Es finanziert Forschungsprojekte im Rahmen des sogenannten „Space Mining“ – also dem Abbau von Rohstoffen im Weltall. Dazu ist das Fürstentum eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Deep Space Industries eingegangen. Das Ziel der Zusammenarbeit: Technologien zu entwickeln und zu testen, die für die Rohstoffgewinnung im Weltall benötigt werden. Das Projekt ist dabei Teil einer größeren Initiative namens spaceresources.lu, die die luxemburgische Weltraumforschung koordiniert.


Die ersten Tests finden noch in der Erdumlaufbahn statt

Deep Space Industries hat nun eine Europazentrale in Luxemburg errichtet und arbeitet dort an dem Testsatelliten Prospector-X. Dieser besteht aus drei sogenannten Cubesats – quadratischen Modulen, die mit verschiedenen Inhalten bestückt werden können. Der Satellit ist zudem mit zwei Segeln mit Solarmodulen ausgestattet und kann mit Hilfe von Kameras auch extrem nahe an Fremdkörpern operieren. Der Prospector-X soll dabei seine Fähigkeiten zunächst in der vergleichsweise nahen Erdumlaufbahn unter Beweis stellen, bevor dann die ersten Missionen in die Weiten des Weltalls geplant sind. Langfristig ist dann geplant, dass ein solcher Satellit im Weltraum geeignete Asteroiden ausfindig machen und dort mit dem Rohstoffabbau beginnen kann.


Die Rechtslage im Weltraum ist noch weitgehend ungeklärt

Neben verschiedenen Mineralien könnte dabei langfristig auch die Erschließung von Frischwasserreserven von Interesse sein. Wem allerdings die Rohstoffe im Weltall tatsächlich gehören, ist rechtlich noch umstritten. Eine international verbindliche Einigung konnte bei diesem Thema bisher nicht erreicht werden. Der internationale Weltraumvertrag aus dem Jahr 1967 untersagt allerdings ausdrücklich die Inbesitznahme von Himmelskörpern. Der US-Senat verabschiedete im vergangenen Jahr daher ein Gesetz, das den Besitz der im Weltall vorhandenen Rohstoffe regeln soll. Demnach können Privatunternehmen Anspruch auf den Besitz von im Weltraum abgebauten Rohstoffen erheben. Bisher gilt diese Rechtslage allerdings nur für US-Unternehmen.

Via: DSI

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