Manche Männer können nicht genug kriegen wenn es um Luxusgüter geht. Sie kaufen teure Sportwagen, exklusive Armbanduhren und Designerklamotten. Forscher an California Institute if Technology (Caltech) in Pasadena/Kalifornien haben jetzt herausgefunden, warum sie das tun. Sie haben einen überdurchschnittlich hohen Testosteron-Spiegel. Testosteron ist ein Sexualhormon, das bei beiden Geschlechtern vorkommt, verstärkt jedoch bei Männern.


Die Caltech-Forscher haben in einer Studie nachgewiesen, dass Testosteron einen messbaren Einfluss darauf hat, was Männer als Statussymbole bevorzugen. Ein Mann mit einem höheren Testsosteron-Spiegel entscheidet sich eher als einer mit niedriger Konzentration für Calvin-Klein-Jeans oder solchen von Levy`s, so ein Beispiel der Wissenschaftler. Das ergibt Sinn, sagt Colin Camerer, einer der Forscher, die an der Studie beteiligt waren. Denn die Hauptfunktion des Sexualhormons sei es, Gewohnheiten zu beeinflussen, die den gesellschaftlichen Status vermeintlich positiv beeinflussen.


Diagnose Konsumaggression

„Im Tierreich fördert Testosteron Aggressionen, doch die ist wichtig für den Rang der Tiere“, sagt der Verhaltensforscher Camerer. „Viele menschliche Verhalten beruhen auf denen unserer tierischen Vorfahren. Wir Menschen ersetzen die physische Aggression durch Konsumaggression.“ Auffälliges Kaufverhalten, also das Sammeln und zur Schau stellen von Luxusgütern diene der Verbesserung des sozialen Status´. 

Camerer vergleicht das mit dem Verhalten von männlichen Pfauen: „Wenn es nicht darum ginge, weibliche Tiere zu beeindrucken, kämen die Pfauen besser ohne ihre mächtigen Schwanzfedern zurecht.“ Ähnlich sei es bei Männern. Sie hätten es möglicherweise besser, wenn sie sich keinen Sportwagen für 300.000 Dollar kauften. „Doch indem sie das tun signalisieren sie, dass sie wohlhabend genug sind, das zu tun“, so Camerer.

Auswahl zwischen zwei gleichwertigen Produkten

An den Tests nahmen 243 Freiwillige zwischen 18 und 55 Jahren teil. Ein Teil von ihnen erhielt eine gewisse Dosis Testosteron, das durch die Haut aufgenommen wurde. Die andere Gruppe erhielt Placebo-Pflästerchen. Dann schickten die Forscher sie heim mit der Auflage, nach vier Stunden zurückzukehren. Nach dieser Zeitspanne ist das Hormon maximal wirksam. Dann mussten die Probanden auf einer Skala angeben, welches von jeweils zwei Produkten, die qualitativ gleichwertig waren, sie bevorzugen. Eins davon war ein Marken-, das andere ein No-name-Produkt. Dabei stellte sich eindeutig heraus, dass die Männer, die das Testosteron-Pflaster erhalten hatten, stärker zu Markenartikeln tendieren als die Kontrollgruppe.“

„Im Tierreich verbrauchen Männchen viel Zeit und Energie, um ihre Position zu verteidigen“, so Camerer. „Wir tun das auch. Doch unsere Waffen sind Kleidung, Autos Lebensweise statt Pranken, Fäuste und Muskeln.“

via CalTech

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