Bisher werden unsere Straßen mit Asphalt gebaut. Dieser besteht zum großen Teil aus Sand und mechanisch zerkleinerten Steinen. Um die einzelne Teile zusammenzuhalten kommt dann Bitumen zum Einsatz. Dieser Klebstoff wird aus Erdöl gewonnen, weshalb der Straßenbau mit Asphalt alles andere als umweltfreundlich ist. Der schottische Ingenieur Toby McCartney hat nun allerdings eine alternative Lösung präsentiert: Er hat einen Klebstoff für den Asphalt entwickelt, der hauptsächlich aus altem Plastik besteht. Der große Vorteil: Der so entstehende Straßenbelag ist sogar 60 Prozent härter als der klassische Asphalt und soll bis zu zehn Mal länger halten. Dies spart auf lange Sicht Kosten, weil weniger Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden müssen.


Toby McCartney auf einer von ihm gebauten Straße aus altem Plastikmüll. Foto: MacRebur Facebook

Indische Dorfbewohner brachten den Ingenieur auf die Idee

Außerdem könnte dieser Ansatz helfen, dem wachsenden Problem des Plastikmülls zu begegnen. Zwei Dinge führten dazu, dass sich McCartney dazu entschloss, seine Firma MacRebur zu gründen: Zum einen antwortete seine Tochter auf die Frage, was so alles im Meer lebt, mit „Plastik“. Zum anderen war der Ingenieur in Indien unterwegs und sah wie Dorfbewohner Schlaglöcher in Eigenregie ausbesserten, indem sie die Löcher mit Plastikmüll füllten und diesen anzündeten. Das nun von MacCartney entwickelte Verfahren macht sich dieses Eigenschaften des Plastikmülls zunutze, ist aber natürlich deutlich umweltfreundlicher. In Großbritannien wurde nun die erste Straße aus altem Plastik eröffnet.

Andy Murray und Sir Richard Branson gehören zu den Investoren

Finanziert wurde die Firma MacRebur zum einen durch prominente Investoren. So gehören unter anderen Sir Richard Branson und der schottische Tennisprofi Andy Murray zu den namhaften Geldgebern. Auf der anderen Seite fand aber auch eine Crowdfunding-Kampagne statt, bei der viele Privatleute einen kleinen Beitrag leisteten. Vollkommen nachhaltig ist aber auch das neue Produktionsverfahren des Straßenbelags nicht. Denn weiterhin wird ein – nun aber deutlich kleinerer – Teil Bitumen benötigt. Dafür fügt sich die Herstellungsweise in die bisherigen Produktionsverfahren ein. Es muss also keine eigene Infrastruktur aufgebaut werden, sondern es können die bisherigen Asphaltmischanlagen weiter genutzt werden. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um den neuen Straßenbelag zeitnah großflächig zur Anwendung zu bringen.


Via: Inhabitat

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