Das Straßennetz in Madagaskar reicht bei Weitem noch nicht in jedes abgelegene Dorf. Dies kann immer dann zum Problem werden, wenn medizinische Proben ins Labor gebracht werden müssen. Denn je länger der Transport dauert, desto später kann erst eine Diagnose erfolgen und die Behandlung beginnen. Ein Projekt der New Yorker Stony Brook University setzt daher nun auf speziell entwickelte Drohnen. Diese sammeln seit Ende Juli Blut- und Stuhlproben in abgelegenen Dörfern ein und bringen diese in das Centre ValBio Labor im Ranomafana National Park. Dort werden die Proben dann schnellstmöglich untersucht. Auf diese Weise kann der komplette Prozess beschleunigt werden und eine schnellere Diagnose erfolgen.


Die Proben bleiben durch den Transport vollkommen unbeschadet

Die Drohnen orientieren sich dabei mit Hilfe eines GPS-Signals und wurden von der Firma Vayu Inc. speziell für dieses Projekt entwickelt. Sie können dabei wie ein Helikopter senkrecht starten und landen. Im Flug selbst allerdings fliegen die Drohnen dann wie Propellerflugzeuge mit fixierten Flügeln – was für eine höhere Fluggeschwindigkeit sorgt. Bereits im vergangenen Jahr hatten Forscher der John Hopkins University festgestellt, dass Blutproben durch Drohnenflüge nicht beeinflusst werden. Sie lassen sich also auch danach noch problemlos untersuchen. Diese theoretische Erkenntnis wird in Madagaskar nun erstmals im großen Stil in die Tat umgesetzt. Zusätzlich können die Drohnen dann auch genutzt werden, um Medikamente in die Dörfer zu liefern.


Die Drohnen bringen auch Impfstoffe in die Dörfer

„Die Flüge zu und aus den Dörfern im Ifanadiana District eröffnen eine neue Ära, in der Gesundheitsfürsorge auch zu Leuten in wirklich abgelegenen Gebieten gebracht wird“, erklärt Dr. Peter Small, Direktor des Global Health Institute an der Stony Brook University. „In diesem Zusammenhang dürfte es unzählige Einsätze für die Drohnen geben wie etwa die Beschleunigung der Diagnose bei Tuberkulose und die Sicherstellung der Lieferung von Impfstoffen.“ Theoretisch könnten Drohnen dabei zukünftig auch andere Transportflüge übernehmen. In Ruanda beispielsweise plant der Stararchitekt Norman Foster den Aufbau eines Netzes von speziellen Drohnenflughäfen.

Via: Stony Brook University

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