Noch immer wird ein Großteil des Welthandels per Schiff abgewickelt. Die Reedereien mit Frachtschiffen im Portfolio sind also dafür verantwortlich, dass die Kunden in Westeuropa nicht irgendwann vor leeren Regalen stehen. Gleichzeitig stehen die Schiffseigner aktuell aber unter einem enormen Kostendruck, weil die Frachtkapazitäten die Menge der tatsächlich zu transportierenden Waren deutlich übersteigen. Die Reedereien sind daher stets auf der Suche nach Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Neue Technologien spielen hier eine wichtige Rolle. So hat die dänische Reederei Maersk nun bestätigt, dass man an der Automatisierung der gesamten Flotte arbeitet. Langfristig sollen die Schiffe dabei ohne Kapitän und mit einer minimalen Besatzung die Ozeane überqueren können.


Rolls Royce führt ein Forschungskonsortium für selbstfahrende Schiffe an

Für die Reedereien würde dies gleich zwei Kostenvorteile mit sich bringen: Zum einen würden die Gehaltskosten deutlich sinken. Zum anderen ließe sich die Technik aber auch so programmieren, dass möglichst wenig Treibstoff verbraucht wird. Gerade in Zeiten hoher Ölpreise könnte dies einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil bedeuten. Als führender Anbieter in der Technologie für selbstfahrende Schiffe hat sich dabei das britische Unternehmen Rolls Royce etabliert. Die Firma hat nichts zu tun mit der gleichnamigen Automarke, sondern produziert eigentlich Motoren für die Luft- und Seefahrt. Gleichzeitig führt Rolls Royce in Finnland aber auch ein Forschungskonsortium an, das die Möglichkeiten selbstfahrender Schiffe erkunden soll.


Roboterschiffe von Rolls Royce im Video

Für Praxistests fehlen noch die staatlichen Genehmigungen

Die Fähre Stella des Unternehmens Finferries in der Ostsee wurde zu Testzwecken bereits mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Bisher können die Daten dabei aber nur aufgezeichnet werden. Denn für den Test selbstfahrender Schiffe fehlen noch die staatlichen Genehmigungen. Dies ist einigermaßen bizarr, denn die Technik ist weitgehend dieselbe wie bei selbstfahrenden Autos – nur dass auf dem Wasser deutlich weniger Verkehr herrscht. Rolls Royce und Maersk gehen dennoch davon aus, dass die Zukunft autonom fahrenden Schiffen gehören wird. Ersten Schätzungen zufolge könnten die Frachtkosten auf diese Weise um rund dreißig Prozent sinken.

Via: Wall Street Journal

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