Die Traumstrände der Malediven bringen in Sachen Erneuerbare Energien einige Probleme mit sich. So weht dort zu wenig Wind, um daraus nennenswert saubere Energie gewinnen zu können. Außerdem gibt es zu wenig Wellen und Gezeiten, sodass auch die entsprechenden Kraftwerke nicht sinnvoll genutzt werden können. Dafür allerdings scheint die meiste Zeit des Jahres die Sonne extrem intensiv. Aber auch in Sachen Solarenergie gibt es Probleme: Denn auf den teilweise extrem kleinen Inseln mangelt es an Platz. Zumal die Solarmodule in der Regel auch nicht auf den Dächern installiert werden können, weil die lokale Bauweise nicht für schwere zusätzliche Aufbauten ausgelegt ist. Ein Unternehmen aus Österreich hat daher eine Lösung entwickelt: Schwimmende Solarmodule.


Der Solarstrom kommt komplett ohne Subventionen aus

Bereits vor rund drei Jahren hat die Firma Swimsol eine erste Testanlage in den Gewässern vor den Malediven installiert. Im vergangenen Jahr wurden dann Anlagen mit einer Kapazität von etwas über einem Megawatt in Betrieb genommen. In diesem Jahr werden weitere drei Megawatt hinzukommen. Aktuell verkauft das Unternehmen die speziell entwickelten Konstruktionen nicht, sondern lediglich den dadurch produzierten Strom. Dieser wird auf den Inseln stark nachgefragt. Der Grund dafür ist simpel: Der Solarstrom ist deutlich günstiger als der sonst genutzte Diesel – und dass obwohl keine staatlichen Subventionen zum Einsatz kommen. Für Swimsol ist das Geschäft durchaus lukrativ: Das Unternehmen rechnet mit Einnahmen zwischen drei und sechs Millionen Dollar.


Die Dieselimporte könnten verringert werden

Grundsätzlich sollen die Anlagen aber so konzipiert sein, dass sie problemlos auch an andere Firmen und Initiativen abgegeben werden können. Den Angaben des Unternehmens zufolge können drei Leute die Konstruktion ohne schweres Gerät innerhalb eines Tages zusammenbauen. Die Einspareffekte in Sachen Diesel sind enorm: Ein Megawatt an Solarenergie spart rund 400.000 Liter Diesel. Für die Bewohner der Malediven ist dies eine gute Sache. Denn noch im Jahr 2014 gab der Inselstaat ein Fünftel seines Bruttoinlandsprodukts für den Import von Diesel aus. Durch den Ausbau der Solarenergie auf dem Meer könnte dieser Wert zumindest ein bisschen sinken. Umwelt und Klima profitieren zudem ebenfalls.

Via: Inhabitat

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3 Kommentare

  1. werner

    2. April 2018 at 21:09

    Endlich mal eine praktikable, finanzierbare Lösung!
    Hoffentlich macht das Schule.

  2. Sven

    3. April 2018 at 15:41

    woher kommt die Berechnung: „Ein Megawatt an Solarenergie spart rund 400.000 Liter Diesel.“ ?
    Mit 100Liter Diesel können ca. 1MWh erreichen werden, wenn nicht noch mehr.

    oder habe ich mich verlesen :-/

  3. Phil

    4. April 2018 at 13:30

    @Sven, kleine Überschlägige Rechnung:
    Diesel hat 9,7 kWh pro Liter (Heizwert) -> 400.000*9,7 kWh = 3 880 000 kWh = 3 880 MWh Dann hast du noch keinen Strom.. Wirkunsgrad Dieselgenerator ca. 35 % -> 3880 MWh * 0,35 = 1358 MWh.

    Bei 1 MW installierter Leistung sind das also 1358 Vollaststunden der PV-Anlage (Vergleich Deutschland: 900-1000) was eventuell im dortigen Rahmen liegt.

    LG

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