Die Gemeinde Mals in Südtirol hat lediglich rund 5.000 Einwohner und wird sehr stark von der Landwirtschaft geprägt. Seit einigen Jahren ist das Örtchen aber auch überregional bekannt. Als „Wunder von Mals“ wurde eine Volksabstimmung bekannt, die den Einsatz von Pestiziden in der Gemeinde komplett untersagte. Auch Trends der Zukunft berichtete bereits mehrmals über dieses Projekt. Inzwischen lässt sich sagen: Auch der Widerstand gegen die Neuregelung hat sich formiert und zeigt sich auf unterschiedliche Art und Weise. Völlig inakzeptabel sind in diesem Zusammenhang Attacken auf die Felder der Bio-Bauern in Mals. So kam es dort vor, dass Apfelbaumplantagen bewusst mit Glyphosat eingesprüht wurden – was für die betroffenen Landwirte existenzbedrohende Folgen haben kann.


Foto: IDM Südtirol/Alex Filz

Die Bozener Landesregierung sieht die Initiative ebenfalls kritisch

Denn nicht nur die aktuelle Ernte kann dadurch nicht mehr als Bioprodukt vermarktet werden. Auch die folgenden Jahrgänge sind betroffen, weil die Böden ebenfalls mit dem Pestizid belastet wurden. Bisher konnte die Polizei noch nicht ermitteln, wer hinter diesen verachtenswerten Attacken steht. Auch aus einer anderen Richtung droht dem „Wunder von Mals“ allerdings Gefahr. Denn die Landesregierung in Bozen ist von der Initiative ebenfalls alles andere als begeistert. Sie bestreitet, dass die Gemeinde für eine solche Regelung überhaupt zuständig ist. Bereits im Vorfeld hatte sie die Volksabstimmung daher für nicht zulässig erklärt. Inzwischen wurde diese Rechtsauffassung auch von einem Gericht in Bozen bestätigt.

Mals könnte für andere Gemeinden zum Vorbild werden

In Mals selbst hat dies aber noch nicht zu einer Veränderung geführt: Die Verordnung zum Verbot des Pestizid-Einsatzes existiert weiterhin. Zahlreiche Initiativen und Umweltverbände aus unterschiedlichen Ländern versuchen die Gemeinde zudem bei ihrem Kampf zu unterstützen. So wurde unter anderem eine Online-Petition gestartet, um die breite Unterstützung für die Initiative zu dokumentieren. Auch Solidaritätsdemonstrationen werden regelmäßig organisiert. Die Umweltschützer hoffen, dass ein erfolgreiches Verbot in Mals weitere Nachahmer finden könnte. Umgekehrt gilt: Scheitert das Projekt könnte dies auf andere Gemeinden abschreckend wirken. Auch deshalb ist die Thematik so umstritten. Ob das „Wunder von Mals“ von Dauer sein wird, bleibt daher noch abzuwarten.


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