Das Lieblings-T-Shirt sieht zwar noch passabel aus. Doch es hat ein Loch. Nicht jeder liebt Klamotten, die durchlöchert sind. Also ab in den Abfall. Jährlich landen allein in Deutschland 100.000 Tonnen ausgediente Kleidungsstücke, die auch nicht in den Sammelcontainer für Altkleider gehören, in den Müllverbrennungsanlagen.


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Kleber stammt aus der Zuckerrohr-Verarbeitung

Wenigstens einem Teil davon wollen Christine Arlt und Ulrich Riedel per Recycling neues Leben einhauchen, erst recht den Lieblings-T-Shirts. Beide haben am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an Technologien geforscht, mit denen sich Satellitenteile aus Carbonfasern herstellen lassen. Dann gründeten sie in München das Unternehmen manaomea, um Textilien mit genau den Techniken zu recyceln, die sie am DLR gelernt hatten. Sie vermischen frisches und gebrauchtes Fasermaterial mit Bagasse, einem Rückstand aus der Zuckerrohrverarbeitung. Die Masse pressen sie mit hohem Druck durch eine Form, ähnlich wie es bei der Herstellung von Spritzgebäck mit dem Teig geschieht. Stranggießen oder Pultrudieren nennt man diese Technik, die für die Herstellung von Endlos-Formteilen aus Kunststoff oder Metallen eingesetzt wird.


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Prototypen mit edlen Namen und ohne Blei in der Mine

Im Fall manaomea sind es Bleistifthüllen. Die Mine aus ganz normalem Graphit wird gleich mit einbezogen. Sie übersteht den Aushärteprozess durch Wärme schadlos – Graphit ist äußerst temperaturbeständig. Da sie von der Hülle fest umschlossen wird kann sie nicht brechen, sagen die Entwickler. „Die Königin“ und „Der Noble“ heißen die Prototypen, die mit einem Spitzer mit größerem Durchmesser in Form gebracht werden können.
„Schick` uns ein altes Kleidungsstück von dir oder von einem lieben Menschen“, wirbt das Duo auf dem Crowdfunding-Portal Startnext. Dort haben die Beiden bereits rund 70.000 Euro eingesammelt, die ausreichen, in einer angemieteten Werkstatt eine kleine Serienproduktion aufzubauen. Für eine eigene Produktionsstätte benötigen sie 420.000 Euro. Die Kampagne läuft noch bis zum 24. November. Es soll ein Kleidungsstück sein, „das für euch ganz besondere Erinnerungen trägt. Etwa Hochzeitskleid, Babystrampler oder Festival-Shirt. Wir machen Bleistifte daraus – ein ganz besonderes Erinnerungsgeschenk.“ Später will manomea auch andere Formteile aus diesem Material produzieren.

Manaomea Bleistifte im Videopitch

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