Der chinesische E-Autobauer Nio wird das für die Produktion des Nio ES8 benötigte Kupfer in Deutschland einkaufen. Genauer gesagt, darf sich die Firma Mansfelder Kupfer und Messing GmbH (MKM) über den lukrativen Großauftrag freuen: Zukünftig sollen pro Monat eine Millionen Kupferteile in das Reich der Mitte geliefert werden. Um welche Produkte es sich dabei genau handelt, wurde bisher aber noch nicht bekannt gegeben. Klar ist hingegen: Bei Elektroautos wird mit rund 70 Kilogramm deutlich mehr Kupfer benötigt als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor – hier liegt der Wert nur bei etwa 25 Kilogramm. Der Großteil des zusätzlichen Materials wird zur Weiterleitung von Strom benötigt, weshalb besonders leitfähiger Kupfer zum Einsatz kommen muss.


Der NIO ES8. Foto via MKM.

Die hohe Qualität dient als Alleinstellungsmerkmal

Diese Tatsache wiederum spielt dem deutschen Mittelständler MKM in die Karten. Denn dieser hat in den letzten vier Jahren rund 80 Millionen Euro in die Hand genommen, um die eigenen Produktionsstätten auf Vordermann zu bringen. Seitdem kann dort besonders reiner und gut leitender Kupfer hergestellt werden. Das viele Geld wurde vor allem investiert, um mit eigenen Produkten von der Elektrifizierung des Straßenverkehrs profitieren zu können. Der Auftrag von Nio scheint die Strategie des Managements nun zu bestätigen. Zumal der Fokus auf hohe Qualität dafür sorgt, dass sich das deutsche Unternehmen auch vor den zahlreichen chinesischen Konkurrenten nicht verstecken muss. Insgesamt verarbeitet MKM jährlich 270.000 Tonnen Kupfer. Ob auch andere E-Autobauer bereits zu den Kunden des Unternehmens gehören, ist nicht bekannt.

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Zuletzt aktualisiert am 17.09.2019

NIO ist vor allem aus der Formel E bekannt

Nio allerdings ist in der Branche längst kein unbekannter Name mehr. So ist der Autobauer in der boomenden Formel E aktiv. Außerdem halten Fahrzeuge des Konzerns gleich mehrere Rundenrekorde – etwa auf der Nordschleife des Nürburgrings und dem Shanghai International Circuit. Eine Verbindung zu Deutschland gibt es zudem auch: In einem Design- und Markenentwicklungszentrum in München arbeiten mehr als 100 Mitarbeiter aus aller Welt. Hinter dem Konzern stehen namhafte Investoren. So haben unter anderem Tencent und Baidu Geld in den Autobauer gesteckt. Die Zusammenarbeit mit MKM zeigt nun, dass deutsche Autozulieferer auch international hoch im Kurs stehen und sich vor der Umstellung auf den Elektroantrieb nicht zwingend fürchten müssen. Für einige bringt dieser sogar zusätzliche Geschäftschancen mit sich.

Via: MZ


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