Ruandas Präsident Paul Kagame arbeitet bereits seit einiger Zeit daran, Hightech-Industrien im eigenen Land anzusiedeln. Es ist daher kein Wunder, dass er auch bei der Eröffnung einer neuen Smartphone-Fabrik in der Hauptstadt Kigali anwesend war. Denn dort soll ein symbolträchtiges Projekt umgesetzt werden: Das erste Hightech-Smartphone, das zu einem möglichst großen Teil in Afrika produziert wird. Auch zuvor schon wurden auf dem afrikanischen Kontinent Mobiltelefone hergestellt. Dabei handelt es sich zumeist aber nur um recht einfache Tätigkeiten, bei denen Standardmodule zu günstigen Modellen zusammengebaut werden. Der neue Anbieter Mara hingegen setzt auf einen anderen Ansatz: Hier soll ein Großteil der Wertschöpfung direkt in Afrika erfolgen.


Das Produkt zielt auf Kunden in Schwellen- und Entwicklungsländern

Zwar müssen auch für das neue Mara-Smartphone einzelne Komponenten – etwa bestimmte Chips – importiert werden. Doch diese werden in Kigali zu Modulen zusammengesetzt, die dann die Basis für das erste Smartphone „Made in Africa“ bilden. Aus rein technischer Sicht kann sich das Endprodukt mit Snapdragon 435-Prozessor, 13-Megapixel-Kamera und einem 5,7 Zoll großen 720p-Display durchaus sehen lassen. Die Käufer können zudem zwischen zwei Modellen wählen: Dem Mara X mit 16 Gigabyte Speicher und dem Mara Z mit 32 Gigabyte. Alles in allem handelt es sich also um Smartphones der gehobenen Einstiegsklasse. Diese Produktkategorie erfreut sich vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern großer Beliebtheit. Folgerichtig soll das Smartphone zunächst auch vor allem auf dem afrikanischen Kontinent vermarktet werden.


Theoretisch können bis zu 10.000 Smartphones täglich produziert werden

Mit Preisen von 130 beziehungsweise 190 Euro ist das afrikanische Smartphone allerdings etwas teurer als vergleichbare chinesische Produkte. Offensichtlich sind die Manager des Unternehmens aber überzeugt davon, dass ausreichend Kunden bereit sind, einen gewissen Aufpreis für ein Produkt ‚Made in Africa‘ zu zahlen. Denn die Produktionskapazität der Fabrik in Ruanda deutet darauf hin, dass es sich keineswegs um ein reines Nischenprodukt handeln soll: Bei voller Auslastung können dort bis zu 10.000 Smartphones pro Tag gebaut werden. Es handelt sich zudem nicht um das einzige Prestige-Projekt in Ruanda. Kürzlich wurde auch ein einheimisches Elektro-Motorrad vorgestellt. Außerdem haben sich zahlreiche internationale Konzerne rund um Kigali angesiedelt. So betreibt dort unter anderem auch Volkswagen eine Fabrik.

Via: Reuters

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.