Unterwasserkabel besitzen gegenüber Kommunikationssatelliten zwei Vorteile: Es können größere Datenmengen gleichzeitig gesendet werden und die Datenübertragung geht schneller. Insbesondere zwischen Europa und Nordamerika wurden daher eine ganze Reihe an Glasfaserkabeln durch den Atlantik gelegt. Diese verlaufen von New York nach Frankreich und Großbritannien. Die Technologiekonzerne Facebook und Mictosoft planen nun, in Eigenregie ein weiteres Kabel zu verlegen. Dieses soll vom US-Bundesstaat Virginia in die baskische Küstenstadt Bilbao führen und eine Bandbreite von 160 Terabyte pro Sekunde ermöglichen. Ein Teil davon wird durch den spanischen Mobilfunkanbieter Telefónica vermarktet – der Großteil bleibt aber für die Dienste von Facebook und Microsoft reserviert.


Quelle: Microsoft
Quelle: Microsoft

Das Kabel könnte auch Teile Afrikas ans Netz bringen

Diese lassen sich die neue transatlantische Verbindung daher auch einiges kosten: Experten beziffern die notwendigen Ausgaben auf bis zu 300 Millionen Dollar. Strategisch dürften die beiden Konzerne mit der Investition vor allem zwei Ziele verfolgen. Zum einen sich ausreichend Bandbreite für die eigenen Dienste zu sichern. Bei Microsoft dürfte es dabei vor allem um Cloud-Angebote gehen. Facebook hingegen könnte die Kapazitäten vornehmlich für geplante Live-Übertragungen per Virtual Reality benötigen. Zum anderen hat es sich vor allem Facebook bereits seit längerem zum Ziel gesetzt, die Verbreitung von Internetanschlüssen weltweit zu fördern. Spanien scheint da strategisch gut gelegen, um von dort aus den Norden und Westen des afrikanischen Kontinents zu erreichen.

Die Fertigstellung ist für Oktober 2017 geplant

Begonnen werden soll mit der Verlegung des Tiefseekabels im August diesen Jahres. Die Inbetriebnahme ist dann für Oktober 2017 geplant. Das Projekt wirft allerdings auch Fragen auf. Denn erstmals werden die Kabel nicht als Konsortium verlegt, sondern zwei Privatunternehmen bauen sich eine eigene Infrastruktur auf. Auf lange Sicht könnte dies zu einer Zweiklassengesellschaft im Internet führen, in der nur Unternehmen mit tiefen Taschen datenintensive Dienste störungsfrei anbieten können. Microsoft und Facebook verweisen allerdings darauf, dass sich solche Projekte in Eigenregie schlicht schneller realisieren lassen.


Via: Microsoft

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