Nächsten Mittwoch ist es in Uruguay so weit, dann gibt es Marihuana für relativ wenig Geld in der Apotheke zu kaufen. Damit will das Land den großen Drogen-Clans den Wind aus den Segeln nehmen, doch der Zugang bleibt trotzdem beschränkt.


Registrierte Nutzer dürfen bis zu 10 g pro Woche kaufen

Dieses Experiment gilt als einmalig in der Welt, es begann im Jahr 2013 mit einer allmählichen Legalisierung der berauschenden Pflanze. Um an den Stoff zu kommen, müssen die Nutzer sich mit ihren Personalien registrieren und können sich dann höchstens 10 g Marihuana pro Woche kaufen. Dabei haben sie die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Sorten in versiegelter Verpackung, um die Echtheit der Ware zu garantieren. Die Verpackung trägt einen Warnhinweis, der Verkauf soll landesweit in Apotheken mit entsprechender Konzession stattfinden. Bislang konnten sich nur 16 Verkaufsstellen qualifizieren, doch es werden noch weitere Bewerbungen angenommen.


Im Video: Uruguay legalisiert Marihuana

Hanf-Clubs produzieren für den Eigenkonsum

Der Erwerb über die Apotheke stellt für die Menschen in Uruguay nur eine zusätzliche Quelle für Marihuana dar, jeder darf außerdem bis zu sechs Pflanzen zu Hause großziehen oder sich in einem Hanf-Club anmelden. 480 Gramm für den legalen Eigenkonsum fallen für jedes Clubmitglied ab, der Ertrag darf nicht nach außerhalb verkauft oder abgegeben werden. Touristen erhalten in Uruguay auf legalem Weg kein Cannabis, der sogenannte »Kiffer-Tourismus«, wie er in Holland stattfindet, ist in dem südamerikanischen Land nicht erwünscht.

Für den Einkauf in der Apotheke haben sich bereits über 4.700 Einwohner Uruguays registriert, die meisten davon sind Männer im Alter von 30 bis 45 Jahren. Die Produktion findet hauptsächlich in der Nähe der Hauptstadt Montevideo statt, zwei Firmen stellen im Auftrag der Regierung 2 Tonnen Cannabis pro Jahr her. Hinzu kommen mehr als 6.000 Privatanbauer, die offiziell angemeldet haben und 51 der bereits genannten Hanf-Clubs, die höchstens 45 Mitglieder umfassen. Massen an Interessenten kommen in dem 3-Millionen-Einwohner-Staat also aktuell noch nicht zustande, doch mal sehen, was sich aus dem Projekt entwickelt.

Quelle: welt.de

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