Die Firma Forest Finance wurde 1995 in Bonn gegründet und hat sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern in aller Welt spezialisiert. Das Geschäftsmodell setzt allerdings lange Wartezeiten voraus. Denn es dauert teilweise Jahrzehnte bis das Holz eines neu gepflanzten Baums verkauft werden kann. Immer öfter setzt das Unternehmen daher auf sogenannte Agroforste. Letztlich handelt es sich dabei um eine Kombination von klassischem Baumbestand mit lokalen Nutzpflanzen. Dies können etwa Kakaobäume sein oder eben Dattelpalmen und Olivenbäume. In Marokko hat Forest Finance 400 Hektar Land in der Wüste am Fuße des Atlasgebirges gekauft. Dort soll eine Art künstliche Oase entstehen, die nachhaltig Olivenöl, Datteln und Holz produziert.


Dattelpalmen in der marokkanischen Wüste. Bild: MPF [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Tröpfchenbewässerung ist in Marokko auf dem Vormarsch

Die wichtigste Frage im Vorfeld des Projekts war die der Bewässerung. Denn klassischerweise wurde auch in Marokko die bekannte Oberflächenbewässerung eingesetzt. Diese hat aber den Nachteil, dass nur rund die Hälfte des Wassers tatsächlich bei den Pflanzen ankommt. Gleichzeitig wird in dem nordafrikanischen Königreich – ähnlich wie in Singapur und Malaysia – Wasser aber immer mehr zu einer wertvollen Ressource. So hat sich die verfügbare Wassermenge pro Kopf seit dem Jahr 1980 um zwei Drittel reduziert. König Mohammed VI hat daher ein Reformprogramm aufgelegt und fördert die Einführung der Tröpfchenbewässerung. Diese stellt sicher, dass neunzig Prozent des eingesetzten Wassers auch tatsächlich von den Pflanzen aufgenommen wird. Letztlich bedeutet dies weniger Kosten für den Landwirt und einen sparsameren Umgang mit der wertvollen Ressource.

Nach sechs Jahren soll das Projekt verkauft werden

Das Projekt des Ökowalds in der marokkanischen Wüste ist zudem lokal eingebunden. So werden die Oliven direkt vor Ort in Bio-Olivenöl weiter verarbeitet. Das Endprodukt soll dann in viele Länder exportiert werden. Die Datteln hingegen sind für den marokkanischen Markt gedacht: Aktuell importiert das Königreich jährlich noch rund 30 Prozent seines Dattelbedarfs. Zunächst sind aber einige Jahre Geduld gefragt. So ist geplant, dass die Olivenbäume nach drei Jahren die ersten Einnahmen generieren können. Bei den Dattelpalmen kann sogar erst nach sechs Jahren mit der Vermarktung der Früchte begonnen werden. Dann will Forest Finance die Oase auch schon wieder verkaufen und das Geld an die Anleger ausschütten.


Via: Wiwo

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