Wurde der Google Übersetzer in seinen Anfängen noch belächelt und sorgte für so manch netten Gag, ist dieser mittlerweile gereift und verrichtet einen recht soliden Job. Doch auch dieser stößt ab und zu an seine Grenzen. Insbesondere bei äußerst komplexen Zielsprachen wie Chinesisch kann es schon mal zu Problemen kommen. Wo Googles Übersetzer regelmäßig an seine Grenzen gerät, beginnt der menschliche Übersetzer erst langsam warm zu laufen. Im Zeitalter der florierenden künstlichen Intelligenz könnte jedoch der Übersetzer- und Dolmetscherberuf bald aussterben, oder? Dieser Frage wollen wir uns nun einmal widmen und schauen, wie der aktuelle Stand der Dinge ist und wie der menschliche Übersetzer sich in Zukunft noch gegen die künstliche Konkurrenz behaupten kann.


Künstliche Intelligenz übersetzt Texte

Experten sind für Fachübersetzungen nach wie vor unersetzbar

Wer international agiert und sich austauschen möchte, ja sogar muss, der kann einige Sprachen erlernen. Allerdings kostet das auch immer Zeit und man muss zudem einen kleinen Faible für Sprachen haben. Wer diesen nicht hat, der ist auf Übersetzungen angewiesen. Für Übersetzungen für alte Freunde in fernen Ländern dürfte Google sicher eine gute Adresse liefern, zumal auch dann der eine oder andere Schmunzler beim Gegenüber vorprogrammiert sein dürfte. Geht es in den geschäftlichen Bereich, sollten Fachwörter sitzen. Zudem bedarf es auch einer unmissverständlichen Kommunikation. Hier sind dann Profis gefragt. Befindet sich der Übersetzer des Vertrauens nicht gerade mit seinem Büro um die Ecke, dann lohnt auch hier der Blick ins Netz. Onlineplattformen wie etwa Easytrans24.com sind- wie der Name schon verrät- 24 Stunden verfügbar und bieten professionelle Übersetzungen in kürzester Zeit. In einem Blogbeitrag wurde Geschäftsführer Yigit Aslan unter anderem dazu befragt, wie die Chancen für Übersetzer stehen, die zu Zeiten von Google Translate und Co frisch als freie Mitarbeiter anfangen und auch ihr täglich Brot verdienen wollen. Interessant ist dabei die Antwort Aslans auf folgende Frage: „Wenn es eine perfekte Übersetzungsmaschine gäbe – wo läge dennoch der Unterschied zu einem professionellen menschlichen Übersetzer?“. Der Geschäftsführer mit über 1000 freien Übersetzern unter Vertrag, nennt das menschliche Denken als klare Antwort. Die künstliche Intelligenz ist trotz Deep Learning Prozessen noch nicht in der Lage zu verstehen, was gelesen wird. Besonders für Fachübersetzungen sei dieses dem Experten nach aber so fundamental wichtig. Das Problem der korrekten Grammatik, welche die Maschinen nach wie vor nicht beherrschen, fußt Aslan zufolge jedoch nicht auf fehlerhafter oder mangelnder einprogrammierter Regeln, sondern darauf, dass kein mentaler Zusammenhang gebildet werden kann, der für das Verstehen eines Textes unverzichtbar sei. Eine perfekte Übersetzungsmaschine ist demnach noch reine Utopie.

Programming code abstract technology background of software developer and Computer script

Maschinen sollen Texte nun auch verstehen können

Seit dem Blogbeitrag sind etwas mehr als zwei Jahre vergangen und bei der Suche nach diesem Thema stößt man recht flott auf die Nachricht, dass Microsoft und der chinesische IT-Konzern Alibaba Ende Januar 2018 verkündeten, nun eine KI entwickelt zu haben, die bei einem Standardtest der das Leseverständnis überprüfte wurde, besser abschnitt als menschliche Kontrahenten. Schnell machten Vermutungen die Runde, dass nun die künstliche Intelligenz für versagende PISA-Studien-Schüler in die Bresche springen und geballte Datenmengen, die durch das Netz flattern, nun auch verstehen könne. Es wäre nun auch die letzte Schranken im Hinblick der Machtergreifung der künstlichen Intelligenz gefallen, heißt es weiter. Skynet rückt näher… Nein, halt Stopp! Das geht viel zu schnell. Wer sich mit der Meldung von Microsoft näher auseinandergesetzt hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass beim Wettstreit um die Leseverständlichkeitskrone ein wenig mit unfairen Mitteln gekämpft wurde. Die ebenfalls beteiligten Forscher der kalifornischen Stanford University räumten umgehend ein, dass die Maschinen leicht begünstigt wurden. So gelänge es auch recht einfach schon mit kleinen Tricks für ein Unverständlichkeitschaos zu sorgen. Was Menschen sofort auffallen würde, können die Maschinen auch in der heutigen Zeit noch nicht korrigieren. Vom Verstehen der Texte sind die Maschinen also nach wie vor noch weit entfernt. Auch mangelt es an Erfahrung. Vielmehr ist die KI heute in der Lage zu lernen auf Fragen zum Text die richtigen Antworten zu geben. Dennoch bedeutet dieses „simulierte Leseverständnis“ einen weiteren Durchbruch im Hinblick auf die Entwicklungen der künstlichen Intelligenz.


Standford-Test muss realtiviert werden

Aber zurück zur Ausgangsfrage mit dem jüngst durchgeführten Standford-Test als Messlatte. Beim Test Mensch gegen Maschine wurden lediglich Fragen gestellt, die sich auch so in einem Text wiederfanden. Wertungen, Deutungen und textausweitende Interpretationen wurden ausgeschlossen. Auf der anderen Seite mangelte es auch ein wenig an versierten und motivierten menschlichen Kontrahenten. Dennoch ist die Entwicklung spannend, denn noch vor einem Jahr schlugen die menschlichen Übersetzer die Maschinen noch deutlich. Am Ende lenken diese Testergebnisse jedoch nur vom Wesentlichen ab, denn Computer haben nun damit begonnen neben den Worten auch den Sinn dieser zu erforschen und zu verarbeiten. Und bisherige Beobachtungen haben gezeigt, dass KI-Programme die Gabe besitzen Angefangenes recht schnell zu perfektionieren und massiv hinzuzulernen.

Am Ende zählt die korrekte Übersetzung

Bisher haben menschliche Übersetzer also noch klare Vorteile gegenüber der künstlichen Intelligenz. Das wird sich bei dem Punkt „verstehen von Texten“, so wie es auch Experten wie Yigit Aslan vertreten, in naher Zukunft nicht ändern. Allerdings stellt sich ab einem gewissen Zeitpunkt die Frage, inwiefern es überhaupt darauf ankommen muss, dass Maschinen die in einem Text verkörperte Gedanken auch verstehen müssen. Zählt doch am Ende nur eines und zwar, dass eine sinnvolle und grammatikalisch korrekte Übersetzung geliefert wird.

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    15. Februar 2018 at 19:52

    Als Übersetzer und Dolmetscher (Arabisch/Deutsch) verfolge ich die Entwicklung natürlich schon seit Jahren mit Argusaugen. Doch anstatt durch maschinelle Systeme Einkommenseinbußen zu erleiden, helfen sie mir, meinen Output SIGNIFIKANT zu steigern. Alleine schon dadurch, daß ich einen Großteil des Zieltextes nicht mehr selbst tippen brauche, was mir sehr viel Zeit spart und erlaubt, daß ich mich auf die korrekte inhaltliche und grammatikalische Struktur konzentrieren kann. Statt wie früher maximal 8 Seiten pro Arbeitstag zu schaffen, gelingt es mir inzwischen manchmal in einer einzigen Sitzung 20 Seiten oder mehr zu übersetzen.

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