Afghanistan schafft es in der Regel nur aufgrund der teilweise prekären Sicherheitslage vor Ort in die weltweiten Schlagzeilen. Die Menschen dort haben aber auch noch mit vielen anderen Problemen zu kämpfen – unter anderem einer mangelhaften öffentlichen Stromversorgung. Die afghanische Regierung hat dieses Problem inzwischen erkannt und will mit internationaler Unterstützung die Solarenergie stark ausbauen. Dazu wurde eine von der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) finanzierte Studie in Auftrag gegeben. Diese kam zu dem Ergebnis, dass in dem Binnenland das Potential für Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von 3 Gigawatt vorhanden ist. Mehr noch: Dieses Potential kann in den nächsten Jahren trotz der angespannten Sicherheitslage auch gehoben werden.


Bisher kommen die Solaranlagen auf eine Gesamtleistung von 1,8 Megawatt

Tatsächlich kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Photovoltaik zukünftig einen Großteil des Energiebedarfs des Landes decken kann. Dies wiederum könnte dann ein wichtiger Stabilitätsanker für die gesamte Gesellschaft sein. Bisher allerdings steckt die Produktion von Strom aus Sonnenenergie in Afghanistan noch in den Kinderschuhen: Fast alle Anlagen wurden von internationalen Hilfsorganisationen errichtet und kommen zusammen auf eine Gesamtleistung von 1,8 Megawatt. Der staatliche Energieversorger des Landes ist nun aber dazu übergangen, garantierte Abnahmeverträge mit privaten Investoren abzuschließen. Auf diese Weise soll beispielsweise ein 10-MW-Projekt in Kandahar mit einer Laufzeit von 15 Jahren und individuell ausgehandelter Vergütung realisiert werden.


Die afghanische Regierung hat ihre Hausaufgaben gemacht

Finanziert werden dürfte der massive Ausbau der Solarenergie in erster Linie durch internationale Geldgeber. Diese drängen oftmals auf nachhaltige Stromprojekte. Denn dadurch kann der Lebensstandard der Bevölkerung gehoben werden, ohne dass das Klima zusätzlich belastet wird. Die afghanische Regierung wiederum muss die Voraussetzungen schaffen, damit die Gelder auch sinnvoll genutzt werden können. Dazu gehört eine entsprechende Gesetzgebung ebenso wie die Ausbildung benötigter Fachleute. Die Experten des deutschen Bundesverband Solarwirtschaft versichern, dass die afghanische Regierung diese Aufgaben mit viel Elan angegangen ist und bereits erste Erfolge zu verzeichnen sind. Für deutsche Unternehmen aus der Solarbranche könnte Afghanistan zukünftig also ein wichtiger Markt werden.

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