Mehr als 4.000 Google-Mitarbeiter haben eine Petition unterschrieben, in der sie die Konzernführung auffordern, die Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium zu beenden. Konkret geht es um das Forschungsprojekt Maven, in dem untersucht wird, inwieweit künstliche Intelligenz bei der Auswertung von Drohnenbildern helfen kann. So ist angedacht, dass mithilfe des maschinellen Lernens Personen und verdächtige Gegenstände identifiziert und markiert werden. Anschließend werden die Bilder dann einem menschlichen Soldaten vorgelegt. Google betont daher auch, dass die künstliche Intelligenz nicht an möglicherweise durchgeführten Militärschlägen beteiligt ist. Rund fünf Prozent der Belegschaft geht das aber offensichtlich nicht weit genug: Sie fordern, die Zusammenarbeit mit dem Militär komplett einzustellen und haben daher die Petition unterzeichnet.


Dieses unbemannte Flugzeug (Drone) ist High-Tech pur.
Das US-Militär nutzt Drohnen für viele verschiedene Aufgaben.

Das Firmenmotto lautet eigentlich „Don’t be evil“

Fraglich ist allerdings, welche Folgen der Rückzug von Google aus dem Projekt tatsächlich hätte. Denn die genutzte Software ist als Open Source verfügbar – kann vom US-Militär also in jedem Fall weiter genutzt werden. Es dürfte allerdings schwer fallen, die Expertise des Konzerns adäquat zu ersetzen. Medienberichten zufolge haben rund ein Dutzend Mitarbeiter inzwischen sogar ihren Job gekündigt und explizit die Zusammenarbeit mit dem Militär als Grund angegeben. Das Forschungsprojekt ist aber teilweise nur der Gipfel des Eisberges. Viele Mitarbeiter beklagen bereits seit längerem, dass das alte Google Motto „Don’t be evil“ immer weniger mit Leben gefüllt wird. So führte es beispielsweise zu erheblichem Unmut, dass der Konzern bei der „Conservative Political Action Conference“ als Sponsor auftrat.

Die Diskussion um Killerroboter ist in vollem Gange

Aktivisten fordern zudem bereits seit einiger Zeit, dass sich Google einem internationalen Vertrag gegen die Nutzung autonomer Waffensystem anschließt. Bisher hat der Konzern in diesem Punkt aber noch keine entsprechenden Schritte unternommen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und autonomen System für militärische Zwecke sorgt immer wieder für Kontroversen. So warnten zahlreiche KI-Pioniere – darunter Tesla-Boss Elon Musk – in einem offenen Brief vor sogenannten Killerrobotern. Das renommierte südkoreanische Institut „Korea Advanced Institute of Science and Technology (Kaist)“ wird inzwischen sogar von namhaften Wissenschaftlern boykottiert, weil es mit einem einheimischen Waffenhersteller kooperiert. Und sogar die Vereinten Nationen beschäftigen sich inzwischen mit der Problematik und streben eine weltweite Ächtung autonomer Waffensysteme an.

Via: Engadget


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