Max Bögl ist nicht nur der größte deutsche Baukonzern in Privatbesitz, sondern auch sehr erfahren in Sachen Magnetschwebebahnen. So war die Firma am Bau der Transrapid-Teststrecke im Emsland sowie der einzigen kommerziellen Strecke in Shanghai beteiligt. 2006 kam es auf der Teststrecke allerdings zu einem schweren Unfall mit mehreren Toten. Wenig später war der Transrapid in Deutschland schließlich Geschichte. Das letzte Fahrzeug wurde schließlich vom Enkel des Erfinder ersteigert. Die Ingenieure bei Max Bögl griffen die Idee allerdings bereits im Jahr 2008 wieder auf und arbeiteten an einer eigenen Vision: Eine Magnetschwebebahn für den Nahverkehr. Nun wurde das Produkt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem kündigte der Konzern den Bau einer Teststrecke in China an.


Der Transrapid könnte einen deutschen Nachfolger bekommen. Foto: Stahlkocher (Transderred from dewiki) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Eine U-Bahn bringt deutlich höhere Baukosten mit sich

Weil auf der Kurzstrecke keine hohen Geschwindigkeiten – das Maximum liegt bei 150 Stundenkilometern – erreicht werden müssen, sollen die Baukosten deutlich niedriger liegen als beim ursprünglichen Transrapid. Bei einer auf Stelzen errichteten Strecke kalkulieren die Entwickler beispielsweise mit Kosten von 50 Millionen Euro für einen zweigleisigen Kilometer. Zum Vergleich: Je nach Untergrund können beim Bau einer U-Bahn Zahlungen von bis zu 300 Millionen Euro für die selbe Distanz fällig werden. Die Städte und Verkehrsbetriebe sollen zudem mit weiteren Zahlen geködert werden: So kann das System einen sehr kurzen Takt realisieren und 30.000 Fahrgäste pro Stunde und Richtung transportieren. Damit könnte sich die neue Magnetschwebebahn sehr gut eignen, um etwa Flughäfen oder Messen mit dem restlichen Nahverkehrssystem zu verbinden.

Bisher wurden 35 Millionen Euro investiert

Noch hat Max Bögl zwar keine konkreten Kunden gewinnen können, doch der Konzern ist von seiner Entwicklung überzeugt. Unternehmenschef Stefan Bögl geht sogar davon aus, dass sich ein milliardenschwerer Mark entwickeln könnte. Auch deswegen hat der Baukonzern bereits 35 Millionen Euro in die neue Technologie gesteckt – und bis zum ersten tatsächlichen Auftrag dürften noch weitere Investitionen fällig werden. Experten sehen tatsächlich weltweit Bedarf für neue Lösungen im Bereich des Personennahverkehrs. Insbesondere in Asien, Afrika und Südamerika sind zahlreiche Städte in den letzten Jahren massiv gewachsen und die vorhanden Infrastruktur stößt an ihre Grenzen. Max Bögl will die neue Magnetschwebebahn daher folgerichtig zunächst auch im Reich der Mitte vermarkten.


Via: Handelsblatt

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    14. Juli 2018 at 21:22

    Falls sich jemand für die lange Geschichte der Maglev-Bahnen interessiert, hier gibt es die wohl umfassendste Chronologie: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_12_neu_mobile_prt_11_maglev.htm

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