Die Zeiten, in denen Formel 1 Fahrer ihre Entscheidungen aus dem Bauch heraus trafen, sind längst vorbei. Heute wird das Geschäft von hochleistungsfähigen Computern und komplizierten Algorithmen beherrscht. Auch die können sich natürlich spektakulär irren – so wie beim Grand Prix von Monaco vor einer Woche als Lewis Hamilton unnötigerweise zum Reifenwechsel gerufen wurde und so den Sieg verspielte. Generell lässt sich aber sagen, dass sich die datenbasierte Entscheidungsfindung über die Jahre als Erfolgsmodell erwiesen hat. Die dabei gewonnenen Erfahrungen will das Team McLaren nun nutzen, um Chirurgen mit Daten und deren Analyse bei der Arbeit zu helfen.


Analyse könnte die Ausbildung verbessern

Dafür hat der McLaren-Ableger „McLaren Applied Technologies“ eigens einen Kooperationsvertrag mit der renommierten „University of Oxford“ abgeschlossen. Gemeinsam wollen die Partner Systeme zur Datenanalyse und zur Entscheidungsunterstützung entwickeln. Angedacht ist dabei beispielsweise ein Sensor am Ellbogen des Chirurgen. Dieser könnte zahlreiche Daten sammeln – etwa über Kraft und Dauer der gesetzten Schnitte – und diese dann mit den Daten anderer Chirurgen vergleichen. Auf lange Sicht könnte man dann objektive Maßstäbe für die Qualität der chirurgischen Arbeit entwickeln und so die Ausbildung junger Ärzte effizienter gestalten, indem man gezielt an den Schwachstellen arbeitet. In einem ersten Schritt möchte McLaren daher, entsprechende Daten von 50 Chirurgen mit unterschiedlich langer Berufserfahrung sammeln.


Ärzte haben ein Verständnis für Daten

Ähnlich wie Formel 1 Fahrer entscheiden natürlich auch Ärzte schon lange nicht mehr allein nach Erfahrungswerten. Die Analyse verschiedener Gesundheitsdaten des Patienten ist für die Auswahl der richtigen Therapie von entscheidender Bedeutung. Von daher ist die Zusammenarbeit zwischen Motorsport-Ingenieuren und Chirurgen nicht so abwegig wie es zunächst erscheint. Momentan handelt es sich bei der Kooperation um ein reines Forschungsprojekt. Sollten sich die Ideen aber als umsetzbar erweisen, ist auch eine kommerzielle Zusammenarbeit denkbar.

Via: Techcrunch

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