Der 16. November könnte zu einem entscheidenden Tag in der Geschichte des VW-Konzerns werden. Dann kommt der Aufsichtsrat des Unternehmens zusammen und berät über eine neue Strategie in Sachen Elektroautos. Das Ziel ist klar: Europas größter Autohersteller strebt auch in diesem Bereich eine Führungsrolle an. Die ersten Details der Planungen sind bereits durchgesickert. Am spektakulärsten ist die Ankündigung, ein extrem günstiges Einstiegsmodell auf den Markt bringen zu wollen. Das aktuell noch unter dem Namen „MEB entry“ firmierende Auto soll in seiner Basisversion nicht mehr als 23.000 Dollar kosten. Dies wären stolze 12.000 Euro weniger als das günstigste Elektroauto von Tesla. Zahlreiche Medien sehen in der Ankündigung daher vor allem einen Angriff auf den namhaften US-Konkurrenten.


Bild: Volkswagen

In Emden sollen ausschließlich Elektroautos gebaut werden

Möglich werden soll der günstige Preis durch die Produktionsplattform „Modular electric drive matrix“ – kurz: MEB. Sie soll die Basis für die meisten Elektroautos des Konzerns bilden und die Produktion großer Stückzahlen ermöglichen. Dies wiederum senkt die Kosten. Gleiches gilt für die Tatsache, dass ein Elektroauto zukünftig innerhalb von 13 Stunden produziert werden kann. Dies ist in etwa doppelt so schnell wie bei einem konventionellen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Beide Komponenten zusammen bewirken, dass sich die Produktion des Einstiegsautos auch in einem Hochlohnland wie Deutschland lohnt. So soll das VW-Werk in Emden komplett auf die Produktion von Elektroautos umgestellt werden. Als Vorbild dafür dient die Fabrik in Zwickau, wo ab dem kommenden Jahr der ID Neo gefertigt wird.

Ein E-Auto-Anteil von 30 Prozent muss erreicht werden

Wann genau das besonders günstige Elektroauto von Volkswagen auf den Markt kommen soll, ist noch nicht bekannt. Es gibt aber eine Zielmarke, die den Konzern zur Eile antreiben könnte: Um die CO2-Emissionen, wie von der EU-Kommission vorgeschrieben, bis zum Jahr 2030 um 35 Prozent zu senken, muss der Anteil der Elektroautos bei VW auf mindestens 30 Prozent steigen. Dies ist keine Schätzung von außen, sondern wurde durch den Konzernchef Herbert Diess öffentlich so kommuniziert. Ob der Aufsichtsrat den Plänen zustimmen wird, lässt sich aber noch nicht abschätzen. Denn die Vertreter der Arbeitnehmer pochen auf feste Zusagen für den Erhalt von Arbeitsplätzen. Ihre Befürchtung: Weil Autos mit Elektromotor einfacher konstruiert sind, könnten einige der aktuell 9.000 Jobs in Emden auf der Kippe stehen.


Via: Reuters

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.