Medikamente bringen immer auch Nebenwirkungen mit sich. Oftmals davon betroffen, ist die Niere. Diese hat die Aufgabe, das menschliche Blut zu reinigen. Werden Medikamente aber in einer zu hohen Dosis verabreicht, kann dies zu einem Nierenversagen führen. Bisher waren Forscher dabei auf Tierversuche angewiesen, um die noch verträgliche Dosis eines Wirkstoffes zu ermitteln. Dies bringt aber einige Nachteile mit sich. Der schwerwiegendste: Die Ergebnisse ließe sich nie eins zu eins auf eine menschliche Niere übertragen. Forscher der University of Michigan konnten nun aber eine Lösung für dieses Problem entwickeln. Sie bauten eine künstliche Niere, an denen Wirkstoffe getestet werden können.


Unter dem Mikroskop lassen sich die Schäden beobachten

Es handelt sich dabei wohlgemerkt um ein reines Testwerkzeug, nicht um einen echten Ersatz für die menschliche Niere. Der Aufbau ist dabei recht simpel: Nierenzellen sind von einer Membran umgeben und befinden sich zwischen zwei Bereichen. Bei den Tests wird der Wirkstoff dann in den oberen Bereich gegeben und macht sich dann auf den Weg durch die Zellen in den unteren Bereich. Anschließend können die Forscher unter dem Mikroskop beobachten, welche Auswirkungen das Ganze auf die Zellen hatte. Wurden die Zellen dabei massiv geschädigt, ist dies ein klarer Beweis, dass die Dosierung zu hoch war. Aufgrund des immer gleichen Versuchsaufbaus lassen sich die einzelnen Ergebnisse dabei auch deutlich besser vergleichen als bei Tierversuchen.


Zukünftig sollen schwere Nebenwirkungen seltener werden

Neben der optimalen Menge kann so auch die richtige Form der Dosierung untersucht werden. So kann man einen Wirkstoff einmal in sehr großer Menge verabreichen oder ihn nach und nach in den Körper gelangen lassen. Tests an der nachgebauten Niere zeigten dabei: Für die Zellen ist es verträglicher, wenn der Wirkstoff in einem großen Schub verabreicht wird. Die Forscher hoffen, durch solche und ähnliche Experimente zukünftig die Schwere der Nebenwirkungen besser einschätzen zu können. Dies wiederum könnte dann zu weniger Nierenversagen führen und so Leben retten.

Via: University of Michigan

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