Die zunehmende Antibiotikaresistenz diverser Erreger wird zu einem immer größeren Problem. Zu laxe Verschreibungspraktiken sowie die massive Nutzung von Antibiotika in der Nutztierzucht führen dazu, dass immer mehr Erreger Resistenzen entwickeln. Die Situation ist bedrohlich, und weltweit forschen Wissenschaftler daran, Alternativen zu Antibiotika zu entwickeln. Aber auch an der Antibiotika-Front selber tut sich noch was. Forscher der Rockefeller University fanden eine neue Antibiotika-Familie, die sie aus aus Bodenbakterien isolierten Wirkstoffen entwickeln konnten.


Foto: Antibiotics, Iqbal Osman, Flickr, CC BY-SA 2.0

Antibiotika aus dem Boden

Einst waren Antibiotika die beste Waffe der Medizin gegen bakterielle Erreger. Und noch immer werden sie viel benutzt. Allerdings werden sie immer weniger wirksam. Das liegt an Antibiotikaresistenzen seitens der Erreger. Der bekannteste multiresistente Erreger ist wohl der Krankenhauskeim MRSA, der bereits gegen diverse Antibiotika-Klassen immun ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief letztes Jahr eindringlich dazu auf, Alternativen zu Antibiotika zu entwickeln. Diesen Aufruf nahmen sich viele Forscherteams zu Herzen, und die Suche nach einer Lösung für das Problem der Antibiotikaresistenzen wurde intensiver. Unter anderem orientierten sich die Wissenschaftler bei ihrer Suche an der Natur – schließlich wurden viele Antibiotika, die auch heute noch im Gebrauch sind, aus Schimmelpilzen oder anderen Bodenmikroben isoliert.

Auch das Team um Sean Brady von der Rockefeller University in New York orientierte sich bei seiner Forschung nach unten. Dafür reisten sie quer durch die Vereinigten Staaten und entnahmen dem Boden mehr als tausend Proben, die anschließend auf Bakterien untersucht wurden. Die Forscher hofften, in der DNA der Bodenbakterien auf eine Waffe gegen multiresistente Bakterien zu stoßen.


Wenig anfällig für neue Resistenzen

Die Hoffnung der Forscher bestätigte sich. Bei der Erbgutanalyse stießen die Wissenschaftler auf eine Gruppe von Genen, die sogenannte Malacidine codieren. Malacidine erwiesen sich in Labortests als hochwirksam gegen etliche gram-positive Bakterien. Die Stoffe greifen die sogenannten Lipid-II-Moleküle an, die in den Zellwänden der Bakterien enthalten sind. Die Malacidine können es auch mit multiresistenten Erregern wie etwa MRSA aufnehmen. Entsprechende Versuche mit Ratten erwiesen sich als äußerst erfolgreich.

Malacidine könnten zu einer neuen Antibiotikaklasse werden, die gegen multiresistente Bakterien zum Einsatz kommt. Nach Angaben der Forscher muss so schnell auch nicht befürchtet werden, dass die Bakterien zu schnell Resistenzen gegen die neuen Antibiotika entwickeln, da es ihnen schwer fällt, entsprechende Mechanismen zu entwickeln.

via Inhabitat.com

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